Richtig durchgestartet ist der Online-Lebensmittelhandel bisher nicht. Migros lanciert nun eine Initiative, um das zu ändern. Unter dem Namen «Migros Food Online» (MFO) will der Konzern laut einer internen Mitteilung den Online-Supermarkt für Kunden neu erfinden, wie der E-Commerce-Blog «Carpathia» schreibt.

Verschwindet somit die Marke LeShop, die zuletzt einen Umsatz von 185 Millionen Franken generierte? «Wir wollen LeShop näher an die Migros heranrücken. Was das für den Brand heisst, wissen wir noch nicht», sagt LeShop-Chef Urs Schumacher zur «Handelszeitung». Wie die neue Plattform heissen wird, sei noch nicht entschieden. MFO sei lediglich der interne Projekt-Name.

Neue App geplant

Als erster konkreter Schritt wird nächstes Jahr LeShop vom Handels- ins Marketing-Departement der Migros überführt. «Das neue Angebot wird den Kunden stärker ins Zentrum stellen», sagt Schumacher, der die Leitung der neuen Plattform übernehmen wird. Diese soll die digitalen Kompetenzen aus dem Migros Genossenschafts Bund und LeShop bündeln. Der Online-Einkauf werde schneller, bequemer und vom Kanal unabhängiger. Und dank neuen, hochautomatisierten Lagern soll auch das Sortiment wachsen.

Künftig ist zudem eine neue Shopping-App geplant, in der etwa die Social-Shopping-Plattform Amigos oder der personalisierte Onlineshop «my Migros» integriert sind. Wann das neue Angebot live gehen wird, ist noch unklar. Schumacher ist nun dabei, an den Standorten Ecublens VD und Zürich ein MFO-Team aufzubauen.

Dass die Migros den digitalen Lebensmittelhandel umkrempelt, dürfte auch eine Reaktion auf die stagnierenden Umsätze von LeShop sein. In den letzten Jahren gelangen keine grosse Sprünge. 2017 ging der Umsatz zum Vorjahr sogar um eine Million zurück. Vergangenes Jahr stieg er schliesslich wieder um rund vier Millionen Franken. 

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