Wenn Amerika niese, bekomme der Rest der Welt einen Schnupfen, heisst es. Kein Wunder, dass die Welt gebannt die um sich greifende Finanzkrise verfolgt. Robert Shiller, Bestsellerautor und Yale-Ökonom, analysiert in seinem Buch «The Subprime Solution» deren Ursachen und schlägt Gegenmassnahmen für die Zukunft vor. Ein «irrationaler Überschwang», sagt er, sei für die Immobilienblase verantwortlich gewesen: Wie ein Virus breitete sich das ebenso unbegründete wie unerschütterliche Vertrauen in beständig wachsende Immobilienpreise aus. Nicht nur die Hausbesitzer schlossen sich diesem Irrglauben an, sondern auch diejenigen, die es eigentlich besser hätten wissen müssen: Ökonomen, Banker, Notenbankmitarbeiter und wirtschaftliche Entscheidungsträger.

Zur Katastrophenvermeidung verschreibt Shiller staatliche Schuldenübernahmen – nicht zuletzt, um Hausbesitzer zu unterstützen, die nicht verstehen konnten, auf was für zweifelhafte Geschäfte sie sich einliessen. Shiller sieht in der Krise aber auch die Chance, mit einem neuen Regelwerk das Immun­system der Finanzmärkte langfristig zu stärken. Er fordert unter anderem die Einrichtung von Kontrollinstanzen, transparentere Informationen, effizientere Märkte für Risikomanagement und die Koppelung von Eigenheimkrediten an das Einkommen. Sowohl Diagnose als auch Therapie sind kontrovers.Doch wer verstehen will, was passiert ist, wie es weitergeht und was aus der Krise zu lernen ist, wird an diesem Buch kaum vorbeikommen. GET ABSTRACT

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