Auch beim Manöver des Serono-Verkaufs muss er ab und zu den Kurs wechseln. Da sich offensichtlich kein Käufer für die Biotechfirma finden lässt, soll viel frisches Kapital in die Firma fliessen. Sehr viel. Die bedingte Kapitalerhöhung im Umfang von rund sieben Milliarden Franken wird an der Generalversammlung vom 25. April problemlos angenommen werden, schliesslich kontrolliert die Familie Bertarelli mehr als drei Viertel aller Stimmen. Den übrigen Aktionären bleibt nur zu hoffen, dass die rechtlich maximal mögliche Kapitalerhöhung in nächster Zeit nicht in vollem Umfang zur Ausgabe von neuen Aktien führt.

Klar, dass die Ankündigung der möglichen Kapitalerhöhung zu einem Kursrückgang geführt hat, aber höchstwahrscheinlich will Navigator Bertarelli damit nur auf Umwegen zurück zum alten Verkaufskurs. Die verbliebenen möglichen Interessenten von Serono sollten beeindruckt, die Angestellten beruhigt und die Optionen erweitert werden. Ebenfalls klar ist, dass Bertarelli alleine über das Schicksal der börsenkotierten Serono entscheiden kann. Die Minderheitsaktionäre können nur mit dem Depotauftrag «verkaufen» abstimmen.

Die teure Busse wegen Arztbestechung in den USA und weitere Sammelklagen machen Serono ebenfalls nicht mehr sexy. Wenn es rund läuft, stört sich niemand an einem starken Mehrheitsaktionär, die See ist aber für Serono deutlich rauer geworden. Als Kleinaktionär wird man dann in den Wellen orientierungslos hin und her getrieben. SW

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