Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten haben natürlich auch das ­Establishment in Irland durcheinandergewirbelt. Der einst kometenhaft aufge­stiegene Kiesgrubenbesitzer Sean Quinn (64), bis vor drei Jahren vom US-Magazin «Forbes» mit geschätzten 4,5 Milliarden Euro Vermögen noch als reichster Ire gelistet, besitzt amtlich gerade noch 11 000 Euro Bares. Massiv reduziert hat sich auch das Vermögen des wohl prominentesten ­Unter­nehmers aus Irland: Sir Anthony (Tony) O’Reilly (77). Mit seiner Frau Chryss O’Reilly (61), einer selber sehr vermögenden Tochter des ­legendären griechischen Reeders John Goulandris, bringt O’Reilly noch eine Milliarde Euro auf die Waage.

Dass der Vater von sechs Kindern unverändert ein zehnstelliges Eurodepot hütet, verdankt der Patriarch einem Desinvestment in der Innerschweiz. In Zug hat sich sein Sohn Cameron O’Reilly (47) vor knapp zehn Jahren über die eigene Investmentfirma Bayard Capital beim Stromzählerproduzenten Landis + Gyr eingekauft, dort als CEO schwungvoll den internationalen Vertrieb ausgebaut und so den Wert des multinationalen Herstellers von integrierten Lösungen für optimiertes Energiemanagement mit zuletzt über 1,5 Milliarden Dollar Umsatz extrem gesteigert. Mehr als 8000 Energieunternehmen weltweit vertrauen der Spitzentechnologie aus der Zentralschweiz.

Der japanische Konzern Toshiba Corporation zahlte vor zehn Monaten 2,3 Milliarden Dollar für Landis + Gyr. Der Wahlschweizer O’Reilly, der sich mit Frau und vier Kindern am Zugersee niederliess, konnte für seine Familie rund 350 Millionen Euro ­Gewinn abzweigen. Den Chefsessel überliess der Ire mit australischem Pass dem Deutschen Andreas Umbach, der 2001 von Siemens zu ­Landis  +  Gyr gewechselt hatte und sich seither als operativer Leiter für die höchste ­Managementaufgabe qualifiziert hat. 

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