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Krise 
Kurseinbruch: Glencore im freien Fall

Glencore-Hauptsitz in Baar: Die Aktien stürzen in die Tiefe.  Keystone

Glencore erleidet den stärksten Kurseinbruch seit dem Börsengang im Jahr 2011. Die Analysten misstrauen der hohen Verschuldung des Rohstoffkonzerns.

Veröffentlicht 29.09.2015

Die Aktie von Glencore Plc hat am Montag 29 Prozent nachgegeben und ist damit auf ein neues Rekordtief abgestürzt. Dahinter steht die Besorgnis der Investoren, dass der Rohstoffkonzern mit Sitz im Kanton Zug seine Schuldenlast nicht schnell genug verringert.

Der von Konzernchef Ivan Glasenberg vor drei Wochen angekündigte Plan zum Schuldenabbau und Schritte in Richtung eines Anteilverkaufs am Agrargeschäft, über den Bloomberg berichtete, vermochten den Ausverkauf nicht zu stoppen. Investec Plc hatte am Montag gewarnt, dass das Unternehmen weiter an Eigenkapitalwert (Equity Value) verlieren könnte, falls die niedrigen Rohstoffpreise andauern sollten. Händler verlangten erstmals seit 2009 wieder Upfront-Zahlungen zur Absicherung von Glencore-Schuldpapieren.

Stärkste Einbruch seit dem Börsengang

«Das schwierige Umfeld für Bergbauunternehmen lässt uns fragen, wie viel Wert für die Aktienbesitzer noch übrig bleibt, wenn sich die Rohstoffpreise nicht verbessern», kommentierte Investec am Montag. Ohne eine Erholung der Notierungen der wichtigsten Rohstoffe und ohne bedeutende Umstrukturierungen würde sich fast der gesamte Eigenkapitalwert von Glencore verflüchtigen, so die Bank.

Der Kursverlust am Montag war der stärkste Einbruch seit dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2011. Glencore hat im Rahmen eines Programms zur Verringerung der Schuldenlast um 10 Milliarden Dollar bereits neue Aktien begeben und die Dividende ausgesetzt. Goldman Sachs Group Inc. hatte die jüngsten Schritte des Rohstoffkonzerns zur Schuldenreduzierung und zur Stärkung der Bilanz vergangene Woche als unzureichend bezeichnet.

Seit Jahresbeginn um 77 Prozent gefallen

Die Glencore-Aktie schloss am Montag in London auf dem Rekordtief von 68,62 Pence. Der Kurs ist seit Jahresbeginn um 77 Prozent gefallen, womit die Aktie diejenige mit der schlechtesten Entwicklung im britischen FTSE 100 Index ist.

Die 1,25-Prozent-Anleihen des Konzerns über 1,25 Milliarden Euro fielen am Montag um 11 Cents je Euro Nominalwert auf 70 Cents, womit der niedrigste Stand seit der Emission der Papiere im März verzeichnet wurde, zeigen Daten von Bloomberg. Die Kosten zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfall schossen CMA-Daten zufolge 54 Prozent hoch auf 849 Basispunkte.

«Im aktuellen Umfeld wird die Verschuldung ganz schnell zum wichtigsten Faktor für das Management eines Bergbauunternehmens», so Investec.

(bloomberg/ccr)

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