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Strategiewechsel 
Kuoni hört als Reiseveranstalter auf

Reisebüro von Kuoni: Für die Kunden soll sich akut nichts ändern.  Keystone

Bei Kuoni wird alles anders: Der Schweizer Reisekonzern steigt aus dem Reiseveranstaltergeschäft aus und will sich künftig nur noch als Dienstleister betätigen. Betroffen sind 3800 Mitarbeitende.

Veröffentlicht 14.01.2015

Der Reisekonzern Kuoni gibt das Geschäft mit der Organisation und dem Verkauf von Reisen in der Schweiz, Grossbritannien und zahlreichen anderen Ländern auf. Für die Sparte mit rund 3800 Mitarbeitende und einem Jahresumsatz von über 2 Milliarden Franken wird ein Käufer gesucht.

Nach einer strategischen Lagebeurteilung sei man zum Schluss gekommen, sich ausschliesslich als Dienstleister zu positionieren, hiess es am Morgen in einem Communiqué. Mit dem Verkauf des Reisegeschäfts will Kuoni sich künftig auf die drei wachstumsträchtigen Kerngeschäfte konzentrieren.

Weiterhin Gruppenreisen

Zu den Kerngeschäften gehören zum einen Dienstleistungen für die globale Reiseindustrie, Global Travel Distribution genannt. Das Unternehmen tritt dabei als Grossist und Anbieter von Hotelübernachtungen und weiteren Reisedienstleistungen für andere Anbieter auf.

Anderseits wird Kuoni mit der Sparte Global Travel Services weiterhin als Veranstalter von Gruppenreisen auftreten und an den Destinationen Dienstleistungen bei Unterkunft, Transport, Ausflügen und Aktivitäten, Veranstaltungen und Veranstaltungsmanagement anbieten.

Partner für 45 Regierungen

Mit der Division VFS Global schliesslich tritt Kuoni als Outsourcing-Partner für inzwischen 45 Regierungen an. Kuoni betreibt für diese 1400 Visa-Antragszentralen in 117 Ländern. Kuoni schätzt den weltweiten Marktanteil von VFS auf 50 Prozent. Beinahe 70 Prozent des Umsatzes macht Kuoni dabei im asiatisch-pazifischen Raum.

Der Unternehmensteil, der verkauft wird, ist in der Schweiz, in Grossbritannien, den Benelux-Ländern, Skandinavien, Hongkong und Indien tätig. Rund 3800 Mitarbeiter organisieren und verkaufen in diesen Märkten Pauschal- wie auch Individualreisen. Kuoni gehört nach eigenen Angaben in Europa zu den fünf grössten Anbietern in diesem Geschäft.

40 Prozent des Konzernumsatzes

Die Sparte machte 2014 einen Umsatz von 2,2 Milliarden. Franken. Das entspricht rund 40 Prozent des gesamten Konzernumsatzes.

Mit seinen Marken verfüge Kuoni als Reiseveranstalter über eine hohe Glaubwürdigkeit, heisst es im Communiqué. Dass man sich dennoch für einen Verkauf der Sparte entschieden hat, begründet der Reisekonzern mit veränderten Marktbedingungen und den zahlreichen damit verbundenen Herausforderungen in der Branche.

Keine Änderungen für Kunden

Die Kuoni-Gruppe hält weiter fest, dass sie bestrebt ist, den Fortbestand der Kuoni-Geschäftsstellen in der Schweiz und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter zu sichern.

Für Kunden von Kuoni ändert sich durch den Veräusserungsentscheid vorerst ohnehin nichts. Alle vom Verkauf betroffenen Unternehmensteile von Kuoni werden vorerst weitergeführt. Kuoni will im Laufe des Jahres einen Käufer für das Reiseveranstaltergeschäft finden.

(sda/awp/gku/ccr)

 
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