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Konsumkredit-Industrie im Umbruch

Von Benjamin Manz (Geschäftsführer moneyland.ch) (für moneyland), am 2017-05-17
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Die Kredit-Branche ist im Umbruch. Das liegt nicht nur an der neuen Verordnung zum Konsumkreditgesetz, sondern auch an der fortscheitenden Digitalisierung der Kredit-Industrie.

Die Senkung der Maximalzinssätze für Konsumkredite per 1. Juli 2016 hat die Schweizer Kreditzinslandschaft neu aufgestellt. Mittlerweile sind die durchschnittlichen Zinssätze deutlich gesunken.

Neue Bewegung durch digitale Kredit-Anbieter

Dabei bleibt die Branche in Bewegung. Neue Crowdlending-Plattformen wie Lend und CreditGate24 bringen Schwung in das Kredit-Geschäft. Und weitere digitale Anbieter drängen auf den Schweizer Markt.

Das erstaunt insofern, als dass der Markt für Konsumkredite in der Schweiz schon seit Längerem nicht mehr am Wachsen ist. Insgesamt ist die Anzahl der Schweizer Barkredite sogar leicht rückläufig. Dafür nimmt der durchschnittliche Kreditbetrag geringfügig zu.

Aufgrund des gesättigten Marktes müssen neue Kredit-Anbieter mit tieferen Zinsen auf sich aufmerksam machen. Für Kreditnehmer hat der Markteintritt von neuen Anbietern also den positiven Effekt, dass die Kreditkosten sinken. Kreditanbieter mit tieferen Zinsen hingegen müssen auf Einnahmen verzichten. Die geringeren Einnahmen möchten die Anbieter mit einer schlankeren Kostenstruktur wieder wettmachen, indem sie voll auf Digitalisierung setzen. 

Schweizer Kredite mit grossen Zinsunterschieden

Trotz durchschnittlich tieferen Zinsen bestehen bei den Privatkredit-Angeboten weiterhin grosse Zinsunterschiede. Die effektiven Zinssätze variieren je nach Anbieter und Bonität der Kreditnehmer zwischen 4.5% und 9.95% pro Jahr, wie der unabhängige Kredit-Vergleich auf moneyland.ch zeigt. Die Unterschiede betragen also je nach Bonität und Anbieter mehr als das Doppelte.

Noch teurer sind viele Kreditkarten-Anbieter, die für Teilzahlungen Zinsen bis zum gesetzlichen Maximum von 12% in Rechnung stellen. Ausserdem gibt es immer noch Kreditnehmer, welche auch 2017 noch die höheren Zinssätze bis 15% vor der Zinssenkung bezahlen.

Kredit-Sparpotenzial von mehr als 140 Millionen Franken

moneyland.ch hat anhand der Zinsunterschiede das totale Sparpotenzial im Bereich Barkredite für Privatpersonen berechnet. Das Sparpotenzial gibt den Wert an, wie viel Schweizer Kreditnehmer sparen könnten, wenn sie zu den Angeboten mit den für sie besten Zinsen wechseln würden. Dabei ist in der Schätzung auch der Umstand berücksichtigt worden, dass viele Kreditnehmer aufgrund ihrer Bonität gar nicht zu den bestmöglichen Zinssätzen wechseln können.

 

Resultat: Kreditnehmer könnten mit einem Kredit-Wechsel mehr als 140 Millionen Franken sparen, das sind im Durchschnitt rund 435 Franken pro Kredit. Das Sparpotenzial wäre sogar noch grösser, wenn neben Barkrediten weitere Finanzierungsformen wie Auto-Leasing oder Teilzahlungskredite berücksichtigt würden.

Kosten sparen durch Anbieterwechsel

Trotz grossem Sparpotenzial wechseln Schweizerinnen und Schweizer ihren Kreditanbieter praktisch nie. Das liegt nicht nur an der Wechselmüdigkeit der Schweizer Kundschaft, sondern zum Teil auch an fehlender Information.

Aus diesem Grund hat moneyland.ch einen Rechner für Kreditablösungen programmiert, welcher das individuelle Sparpotenzial für einen Kreditwechsel angibt. Gerade für Kreditnehmer mit einer guten Bonität kann eine Kreditablösung trotz allfälliger Wechselgebühren lohnenswert sein.

Weitere Informationen: Unabhängiger Schweizer Vergleich für Kredite