In der amerikanischen TV-Serie «House of Cards» spielt Kevin Spacey den machthungrigen Politiker, der auf dem Weg ins Weisse Haus schonungslos gegen Freund und Feind kämpft. Im wahren Leben kämpft der Hollywood-Star gegen die Cyber-Kriminalität – als Investor bei der Genfer IT-Sicherheitsfirma «Wisekey».

Bereits vor einigen Monaten hat sich der Schauspieler an dem Unternehmen beteiligt, wie Gründer Carlos Moreira gegenüber bilanz.ch sagte. Wisekey ist auf zukunftsträchtigen Gebieten wie Cybersicherheit, Datenschutz, digitale Authentifizierung und dem Internet der Dinge aktiv und entwickelt hierzu Sicherheitsprogramme zum besseren Schutz gegen Hacker. Noch im März will sich das Unternehmen, das rund drei Dutzend Mitarbeiter zählt, an der Schweizer Börse kotieren lassen.

«Signifikanten Betrag»

Zuvor haben die Genfer bereits 60 Millionen Franken bei Investoren eingesammelt – unter anderem bei Schauspieler Spacey. Wie hoch seine Beteiligung ist, wollte Moreira nicht preisgeben. Es handele sich aber um einen «signifikanten Betrag», wie der IT-Spezialist der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» sagte.

Doch wie kommt ein gefeierter Hollywood-Star zum Thema Cyberkriminalität? Im Fall von Spacey ist die Brücke schnell geschlagen: Der zweifache Oscar-Preisträger zählte zu den Opfern des Hacker-Angriffs auf das Hollywood-Studio Sony Pictures Ende 2014, bei dem massenhaft vertrauliche Unterlagen sowie persönliche Daten aus den Systemen erbeutet  und öffentlich gemacht wurden; darunter Drehbücher, Strafregisterauszüge von Mitarbeitern, Arztzeugnisse, Gehaltslisten, interne Korrespondenz, Personaldaten – kurz: alles, was auf den Servern der Firma gelagert war.

Auch als Ambassador tätig

Sein Investment in Wisekey erklärte Spacey am WEF so: «Ich dachte, damit verschaffe ich mir einen besseren Platz am Tisch.» Gerade in Zeiten, in denen die Vernetzung zunehme und man von unterwegs auf alles daheim zugreifen könne, steige auch die Gefahr, dass sich Kriminelle in die persönlichen Daten einhacken. «Dagegen müssen wir uns schützen.» 

Für Wisekey ist Spacey ein Glückgriff. Denn der umjubelte «House of Cards»-Star rührt als Ambassador zugleich kräftig die Werbetrommel und verhilft den Genfern zu weltweiter Aufmerksamkeit. «Spacey zieht nicht nur die Massen in seinen Bann, er ist auch ein sehr cleverer Investor», so Moreira. Über dessen Gage bewahrt man dabei stillschweigen. Zur Orientierung: Als intriganter amerikanischer Präsident soll Spacey bei «House of Cards» angeblich 15 Millionen Dollar verdienen. Pro Staffel.

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