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Edelkaufhäuser 
Karstadt: André Maeder drängt in seine Heimat

Will Marktführer für Edelwarenhäuser in Europa werden: CEO André Maeder.  Keystone

Der Schweizer André Maeder will mit seinen Edelkaufhäusern aus Deutschland und Italien angeblich per Übernahmen in den Schweizer Markt eindringen. Doch wen könnten die Deutsch-­Italiener angreifen?

Von Dirk Ruschmann
23.06.2015

Warenhäuser, einst die Könige der Einkaufswelt, haben viel von ihrem alten Glanz verloren; Spezialistenhändler machen ihnen das Leben schwer. Was noch läuft, ist das Luxussegment: Hierzu gehören die drei deutschen Karstadt-Flaggschiffe KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München und Alsterhaus in Hamburg. Diese Gruppe, geleitet vom Schweizer André Maeder (früher bei Harrods, Boss, Charles Vögele), gehört inzwischen mehrheitlich zum italienischen Konzern La ­Rinascente.

Und diese KaDeWe-Gruppe will nun angeblich Marktführer für Edelwarenhäuser in Europa werden – und soll bereits intensiv nach Übernahmekandidaten in Deutschland und der Schweiz suchen. Den hiesigen Markt kennt Maeder gut. Doch wen könnten die Deutsch-­Italiener angreifen?

Globus gilt als un­verkäuflich

Migros-Tochter Globus gilt als un­verkäuflich. Und auf die Top-Immobilie Jelmoli-Haus verbucht Konzernmutter Swiss Prime Site (SPS) jährliche Wert­zuwächse, wird also nicht verkaufen; mit derzeit 800 Millionen Franken Wert wäre es auch zu teuer. Der Betrieb ist gegenwärtig zwar wenig rentabel, aber SPS würde diesen, wenn überhaupt, nur einem hochsolventen Mieter übergeben. Bisher soll nach BILANZ-Informationen kein Angebot eingegangen sein. Auch einige Manor-Standorte dürften in Frage kommen, vorab das Haus an der Bahnhofstrasse, das Swiss Life gehört; bei Swiss Life hat Maeder aber auch nicht angeklopft.

Für Luxushäuser wären wohl noch Genf und Lugano interessant. Genf, das grösste Haus der Gruppe, wird Manor aber kaum hergeben, und in ­Lugano hat Manor zwar Nachholbedarf punkto ­Renovierung – doch deshalb aussteigen? Also: Falls die deutsch-italienischen ­Luxushändler tatsächlich in die Schweiz drängen, müssen sie erst mal ein Angriffsziel finden.

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