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Karriere 
In jungen Jahren Konzernchef - diese CEOs machen es vor

In jungen Jahren haben sie es bereits bis an die Spitze einer börsenkotierten Firma geschafft: Junge CEOs, wie der neue Novartis-Lenker Vas Narasimhan sind rar, aber es gibt sie. Ein Überblick.

Von Julia Fritsche und Karen Merkel
2017-09-05

Novartis zählt zu den grössten Pharmafirmen der Welt. 212 Milliarden Franken Börsenwert, 120'000 Mitarbeiter. Der Konzern ist ein Gigant. Und dessen Schicksal liegt bald in den Händen eines 41-Jährigen: Vasant «Vas» Narasimhan übernimmt im Februar 2018. Hochqualifiziert, laut Beobachtern eine glänzende Wahl. Und doch ist es aussergewöhnlich, einen börsenkotierten Riesen einem so jungen Manager anzuvertrauen.

Im Durchschnitt ist ein CEO bei Antritt seines Postens um die 50 Jahre alt, zeigt eine internationale Studie des Personalberaters Heidrick & Struggles. In Deutschland sind CEO bei der Übernahme als Chef genau 50 Jahre alt, ihre französischen und britischen Kollegen sind etwas jünger. In den USA sind Konzernchefs – dem Silicon Valley zum Trotz – im Durchschnitt sogar noch zwei Jahre älter. «Das auswählende Gremium will bei der Entscheidung für einen CEO maximal sicher sein, dass der Kandidat optimal passt», sagt Guido Schilling, der als Executive-Berater CEOs und Verwaltungsräte in Unternehmen vermittelt.

Boris Collardi –  mit 34 Jahren Bankenchef

Wichtig für Unternehmen sei dabei, so Schilling, dass das Auswahlgremium mit den Kandidaten vertraut ist. «Je weniger die Person dem Wahlgremium bekannt ist, umso mehr muss man sich auf erkennbare Leistungsausweise verlassen.» Dieses Vertrauen aufzubauen, dauert seine Zeit, auch in der Schweiz: Ein Blick auf die Spitzenleute der SMI-Firmen zeigt, dass ältere Semester in der Mehrheit sind.

Doch es gibt Ausnahmen – zum Beispiel Boris Collardi. Der CEO der Bank Julius Bär meisterte den Schritt nach ganz oben bereits mit 34 Jahren. Nur wenige Jahre älter war der heutige Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider, als er zum ersten Mal die Führung in einem börsenkotierten Unternehmen anvertraut bekam. Der heute 51-jährige übernahm seinen ersten Chefposten beim deutschen Medizintechnikunternehmen Fresenius mit 38 Jahren.

Jünger als der Durchschnitt

Älter als Collardi und Schneider, aber deutlich jünger als der Durchschnitt war auch der Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler bei Jobantritt 2015. Er war 46 Jahre alt, als er als CEO antrat. Ebenso sein Kollege bei Swiss Life, Patrick Frost – der für seinen mutigen offenen Umgang mit seiner Krebskrankheit viel Anerkennung gezollt bekam.

«Im Grundsatz gilt, je prosperierender die Wirtschaft, umso mehr Chancen haben die jungen Top Talente, das gilt auch für die Besetzung von Schlüsselpositionen an der Spitze der Unternehmen», sagt Schilling. «In diesen Fällen wird oft auf interne Nachwuchspersönlichkeiten gesetzt.» Das zeigt auch die Studie von Heidrick & Struggles: In Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien kommen interne Kandidaten zwei bis drei Jahre schneller nach ganz oben als externe. Auf dieser Grundlage basiert sicher auch das Vertrauen in Vas Narasimhan bei Novartis. Er arbeitet seit 2005 in verschiedenen Führungspositionen für den Pharmariesen und lenkte zuletzt als «Global Head of Drug Development» bereits 10'000 Mitarbeiter.

Mark Zuckerberg war nicht der jüngste

Zwei andere Wege gibt es noch für junge Ambitionierte, es schnell an die Konzernspitze zu schaffen. Auf die eine besteht wenig Einfluss: die Nachkommen in Familienunternehmen übernehmen oft früh Verantwortung. Schweizer Paradebeispiele sind Philipp Gaydoul, der mit nur 26 Jahren bei Denner an die Spitze stiess oder die Geschwister Blocher. Markus Blocher war 32-jährig und Magdalena Martullo-Blocher 35-jährig, als sie die Steuer in ihren jeweiligen Unternehmen übernahmen. Doch auch Familienfirmen sind kein Garant für den Schnellstart. Nick Hayek war bereits 53, als er bei Swatch die Leitung ergriff.

Schneller und ohne Vitamin B an die Spitze kommen laut Heidrick & Struggles Gründer. Hier sind die USA top: Gründer werden dort durchschnittlich bereits mit 27 Jahren zum CEO. Und wenn es gut läuft, kotiert das Unternehmen auch bald an der Börse. Der jüngste, dem das jemals gelang, war nicht Mark Zuckerberg. Tatsächlich war ein anderer CEO und Gründer noch zwei Jahre jünger, als er zum CEO eines Fortune-500-Unternehmen aufstieg.

Wer das war und wer es noch aussergewöhnlich jung an die Spitze schaffte, sehen Sie in der Bildergalerie oben.

Vier Persönlichkeitsmerkmale, um es bis ganz nach oben zu schaffen: