Rund ein Jahr nach seinem Rauswurf verklagt der bekannte Anleihen-Investor Bill Gross die von ihm gegründete Fondsgesellschaft Pimco auf mindestens 200 Millionen Dollar. Der 71-Jährige sieht sich der am Donnerstag in Kalifornien eingereichten Klage zufolge als Opfer einer «Intrige» von Pimco-Managern, die ihm seinen Anteil an den Bonus-Zahlungen bei der Allianz -Tochter geneidet hätten. Pimco hatte sich im September 2014 nach einem öffentlichen Zerwürfnis abrupt von Gross getrennt.

Gross hinausgeekelt

Gross wirft Pimco und Allianz Asset Management Vertragsbruch vor. Sein Arbeitgeber habe wider Treu und Glauben gehandelt und ihn hinausgeekelt. Gross hatte Pimco 1999 an die Allianz verkauft, aber weiter geführt. Seit seinem Ausstieg arbeitet er für die kleine Fondsgesellschaft Janus Capital.

Ein Pimco-Sprecher sagte, die Klage habe keine Grundlage. Weitere Antworten darauf werde Pimco vor Gericht geben.

Fonds-Volumen mehr als halbiert

Gross führte jahrelang den einst grössten Anleihefonds der Welt, Pimco Total Return. Investoren hatten dort aber massiv Geld abgezogen, nachdem er sich mehrfach mit US-Staatspapieren verspekuliert hatte. Zudem führte sein Führungsstil dazu, dass sein designierter Nachfolger und Pimcos Nummer zwei, Mohammed El-Erian, Anfang 2014 seinen Hut nahm. Die Mittelabflüsse bei Pimco setzten sich auch nach Gross' Abgang fort, das Volumen des Fonds hat sich auf weniger als 100 Milliarden Dollar halbiert.

(reuters/ccr)

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