Der langjährige Sulzer-Chef Fritz Fahrni* kritisiert den Winterthurer Industriekonzern scharf. «Bei Sulzer war es in den letzten zehn Jahren kaum möglich, eine längerfristige Strategie durchzuziehen. Ständig wechseln die Verantwortlichen», sagt er im BILANZ-Interview. Auch mit dem abgetretenen CEO Klaus Stahlmann geht er hart ins Gericht: «Als Chef muss man sich am Erfolg messen lassen. Der war nicht da.»

Mit seinem Renditeziel habe sich der CEO selber auf die Abschussliste gesetzt: Um realistische Ziele zu setzen, «braucht es eine saubere Analyse und die Fähigkeit, vorauszudenken, was machbar ist. Das hat beides offensichtlich in massivem Ausmass gefehlt.» Damit Sulzer eine Zukunft hat, brauche es «den unternehmerischen Willen und das Können dazu. Das verorte ich derzeit nicht im Konzern», so Fahrni: «Und es erträgt keine Machtspiele zwischen CEO und VR-Präsident.»

*Fritz Fahrni arbeitete von 1977 bis 1999 bei Sulzer, die letzten elf Jahre als CEO und VR-Präsident.  Anschliessend  war er Professor  an der ETH und  der HSG für Technologiemanagement und Unternehmensführung. Heute ist er Chairman des börsenkotierten Thalwiler Elektronikkonzerns U-blox.

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