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Uhrenbranche 
Hublot setzt auf Fiat-Erben

Hublot
Fiat-Erbe Lapo Elkann (l.) und Hublot-CEO Ricardo Guadalupe bündeln seit kurzem ihre Kräfte. Quelle: ZVG

Hublot will mehr Italo-Design. Und verstärkt die Zusammenarbeit mit dem Fiat-Erben Lapo Elkann.

Pierre-André Schmitt
Von Pierre-André Schmitt
16.04.2018

Er gilt als Dandy des Italo-Chics und lässt sich auch mal im knallroten Anzug mit dunkler Sonnenbrille fotografieren. Doch Lapo Elkann, einst Lieblingsenkel von Fiat-Tycoon Gianni Agnelli, hat ein Faible für eine andere Farbe: Blau. So erstaunt es nicht, dass vor wenigen Wochen an einem Anlass der Uhrenmarke Hublot mit Lapo Elkann zwei riesige Uhren enthüllt wurden, die ganz in Blautönen gehalten waren.

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Lapo Elkann führte schon die Sonnenbrillenmarke Italia Independent, als Hublot mit dieser eine Partnerschaft einging. Nun hat der Fiat-Erbe die Mailänder Kult-Garage Italia aus den frühen 1950er Jahren übernommen. Im einen Teil des Gebäudes werden Autos individualisiert – oft natürlich in verschiedenen Blautönen. Im anderen werden Drinks und feine Mahlzeiten serviert, dafür sorgt der mit zwei «Michelin»-Sternen dekorierte Carlo Cracco. Die Garage ist zum Treffpunkt der Schönen und Reichen avanciert – und soll jetzt auch für Hublot zu einem neuen Hub der Kreativität werden. Man hat eben eine neue Partnerschaft unterzeichnet: «Hublot × Garage Italia».

Italienische Ideenmaschine

Im Wesentlichen gehe es um Design, erklärt Hublot-CEO Ricardo Guadalupe gegenüber BILANZ. Dank der Partnerschaft werde man in neuen Welten Fuss fassen können: Lapo Elkann ist im Bespoke-Geschäft mit der Individualisierung von Privatflugzeugen und Booten auch in der Luft und zu Wasser unterwegs. Der Fiat-Erbe sei sozusagen eine Ideenmaschine, davon wolle man gerne profitieren. Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Die Hublot-Uhr mit edlem Stoff des Unternehmens Rubinacci auf Zifferblatt und Armband geht bereits auf das Konto der Zusammenarbeit.

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Symbolisches Resultat der Zusammenarbeit: die an einem Markenanlass enthüllten überdimensionierten Uhren (o.).
Quelle: ZVG

Hublot ist stark im Fussball verankert und pflegt als zweite Säule eine Partnerschaft mit Ferrari. Man liege derzeit zwölf Prozent über Vorjahr, freut sich CEO Guadalupe über die Geschäfte. Der Schub komme vor allem aus China. Noch bis vor kurzem seien die Uhren aus Nyon für den chinesischen Geschmack zu wuchtig gewesen – doch das ändere sich nun. «Es gibt immer mehr Leute, die eine andere Uhr wollen als ihre Eltern», sagt Guadalupe. Auch in China: «Eine Uhr, deren Marke man auch erkennt, ohne das Logo auf dem Zifferblatt lesen zu müssen.»

Zur Partnerschaft mit der Garage Italia ist eine Uhr geplant. Sie wird in ein paar Monaten präsentiert.

Dieser Text erschien in der April-Ausgabe 04/2018 der BILANZ.