1. Home
  2. Unternehmen
  3. Hickhack um Sportrechte kennt einen Verlierer

Kasse 
Hickhack um Sportrechte kennt einen Verlierer

Robert Lewandowski: Mal trifft der Stürmer für UPC, mal für Teleclub.  Keystone

Im Kampf um die Übertragungsrechte für Sportereignisse streiten sich UPC und Swisscom um 
die lukrativsten Partien. Nichts gewinnen können die Zuschauer: Für Fussballfans wird es teuer und teurer.

Von Marc Kowalsky
25.07.2017

Fussball ist bei den Schweizer Zuschauern beliebt wie lange nicht mehr: 31 000 Fans kamen am ersten Spieltag zur Partie YB gegen den FC Basel, 20 000 waren es beim Zürcher Derby GC gegen den FCZ.

Lange Gesichter machen derzeit jedoch die Schweizer Fernsehzuschauer. Erstmals sind die Live-Rechte nicht mehr bei einem Anbieter (in der Vergangenheit war es stets Teleclub), sondern verteilen sich je nach Liga auf den Kabelanbieter UPC mit seiner neuen Plattform MySports oder die Swisscom mit ihrer Tochter Teleclub.

Mindestens 156.80 Franken pro Monat

Während Teleclub über alle Fernsehnetze (Swisscom TV, Sunrise TV sowie die Kabelanbieter) distribuiert wird, bleibt MySports ausschliesslich den Kunden von UPC und ihrer 15 Partnernetze vorbehalten. Knapp 15 Prozent der Schweizer Haushalte haben also gar keine Möglichkeit, Super und Challenge League, die Samstagsspiele der deutschen Bundesliga oder die Schweizer Hockeyliga live zu ­sehen. Alle anderen müssen tief in die ­Tasche greifen, wenn sie wie bis anhin die volle Sportberichterstattung wollen: Nötig ist mindestens das UPC-Paket Connect & Play 50 für monatlich 89 Franken (inklusive Internet- und Telefonanschluss), höhere Bandbreiten kosten bis zu 129 Franken.

Da die meisten Spiele aber nur im Bezahlpaket MySports Pro gezeigt werden, kommen weitere 25 Franken hinzu. Für das Sportangebot auf Teleclub (etwa die Freitags- und Sonntagsspiele der Bundesliga, die Spiele der englischen Premier League oder der italienischen Serie A) sind weitere 42.80 Franken fällig (alternativ kann auch jede Partie einzeln für 5 Franken angeschaut werden). Macht zusammen für den Sportfan mindestens 156.80 Franken pro Monat oder 1881.60 Franken im Jahr.

Via britische Plattform

2018 wird sich die Situation noch einmal akzentuieren. Ab dann sind Champions League und Europa League nicht mehr im Free TV zu sehen und damit auch nicht mehr via UPC. In der Schweiz hat dann Teleclub das Monopol. In den anderen Ländern verschwinden die europäischen Wettbewerbe bereits in dieser Saison aus dem Free TV. Für die Übertragung via Internet hat sich dabei die britische Plattform DAZN die Rechte gesichert. Sie zeigt bereits jetzt in der Schweiz unter anderem die Spiele der Premier League und der spanischen Primera División. Für noch einmal 12.90 Franken im Monat.

Anzeige