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Marke 
Hedi wechselt ins Heidiland

Maienfeld Heidi
Maienfeld: Oberhalb des Bündner Dorfes lebte Heidis Grossvater laut der Spyri-Erzählung als Einsiedler.Quelle: Keystone

St. Moritz hat seine Rechte an der Marke Heidiland abgegeben. Gekauft hat den Namen die gleichnamige Ferienregion.

Marc Iseli
Von Marc Iseli
10.08.2018

Die Marke « Heidiland» wechselt die Hand. Die Organisation Heidiland Tourismus hat sich die Rechte daran gesichert, wie es in einer Mitteilung von Donnerstagmorgen heisst. Sämtliche Rechte an den Namen «Heidiland» und «Heidi» lägen nun bei der Tourismusorganisation. Bislang war dies das Privileg des Kur- und Verkehrsvereins St. Moritz.  

Wie viel der Rechtetransfer gekostet hat, ist offen. Beide Parteien haben Stillschweigen über den Preis vereinbart, wie Heidiland-Sprecher Adrian Pfiffner sagt. 

Heidi ist die wahrscheinlich berühmteste Romanfigur des Landes. Johanna Spyri hat das Mädchen von der Alp in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschaffen und damit eine Ikone geboren.

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126 eingetragene Heidi-Marken

Allein in der Schweiz gibt es 126 eingetragene Markennamen, in denen das Wort Heidi vorkommt. Die Migros nutzt den Namen für Käse. Emmi macht weitere Milchprodukte mit dem Mädchen, das eigentlich Adelheid heisst und Waisenkind ist. Feldschlösschen hat die Lizenz für Heidi-Bier. Und Mövenpick betreibt unter dem Namen Heidiland eine Autobahnraststätte in Maienfeld, der eigentlichen Heimat der Romanfigur. 

Der Wechsel der Markenrechte soll nichts an dieser Situation ändern, versichert Pfiffner. Die Tourismusorganisation habe mit dem Markennamen auch die Rechten und Pflichten übernommen. Heisst: Bestehende Lizenzverträge laufen weiter. Heidiland Toursimus will das Lizenzgeschäft laut Medienmitteilung sogar ausbauen.

Erbe von Danuser

Die Marke wird seit den 70er-Jahren touristisch genutzt. Dem legendären St. Moritzer Kurdirektor Hanspeter Danuser ist der Geniestreich gelungen. 1977 ging die Fernsehserie «Heidi» an den Start. Ein Jahr später übernahm Danuser das Amt des Kurdirektors. 1979 liess er die Marke schützen.

Hanspeter Danuser
Hanspeter Danuser: Der legendäre St. Moritzer Kurdirektor hatte früh die Idee, die Marke touristisch zu nutzen.
Quelle: Keystone

Seine Vision war es, mit Heidi Touristen nach St. Moritz zu locken. Das wollte aber nicht so recht klappen. Später wurde das Thema aufgegeben, weil der Kurort mondäner sein wollte. «Als ich mit der Idee für ein Heidiland zurückkam, wurde ich von den Einheimischen ausgelacht», sagte Danuser unlängst zum «Blick».   

Neupositionierung mit Heidi

Im Engadin setzte danach niemand mehr auf die Kultfigur. Stattdessen begann das Gebiet zwischen Walensee und Bad Ragaz mit Heidi zu spielen. Urs Kamber, Mitte der 90er-Jahre Kurdirektor von Bad Ragaz, stahl den Heidimythos und begann damit, die Ferienregion Sarganserland neu zu positionieren. Auf Strassenschildern hiess es plötzlich «Willkommen im Heidiland» statt «Willkommen im Sarganserland».

Maienfeld und weitere Gemeinden der Bündner Herrschaft schlossen sich erst 2011 der Region an. Nunmehr ist das ganze Gebiet eine touristische Wegmarke. Im letzten Jahr verzeichnete das Heidiland gesamthaft fast 327'000 Logiernächte. Zum Vergleich: Im ganzen Kanton Graubünden gab es in dieser Zeit knapp 4,9 Millionen Logiernächte.

Auf Heidi folgt Martina

Knapp 80 Prozent der Heidiland-Gäste sind Schweizer. Weitere 16 Prozent sind Touristen aus Deutschland. Zu den wichtigsten internationalen Gästen zählen Araber und Russen. Das liege in erster Linie am Grand Resort Bad Ragaz, wie Pfiffner sagt.

Das Fünf-Sterne-Haus gehört mehrheitlich dem Zementunternehmer Thomas Schmidheiny. Er setzt seit diesem Jahr nicht nur auf Heidi. Seit März ist ein anderes Schweizer Sternchen Markenbotschafter des Nobelhauses: Martina Hingis.

Top Ten: Die sichtbarsten Marken auf Social Media

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Die Marke Adidas war bereits in den Achtziger Jahren ein Klassiker, lässig von Run DMC zur Schau getragen. Heute ist Adidas der König auf Social Media: Auf rund 6,7 Millionen Fotos ist das Logo der Marke zu sehen – pro Monat. Das ergibt ein Ranking von Brandwatch, das vergleicht, wie sichtbar Marken auf Instagramm und Twitter sind. Damit ist Adidas auf Platz eins. Das Unternehmen legt offenbar grossen Wert auf Präsenz in den sozialen Netzwerken, zum Beispiel auf den Trikots vieler Fussballspieler. Rechnet man die Sponsorsummen von Adidas für Manchesters United, AC Milan, Real Madrid, Juventus Turin und Bayern München um, zahlt das Unternehmen zum Beispiel bei Bayern München stolze 17 Pfund pro Bild ( 22 Franken). Tatsächlich zahlt Adidas den Vereinen das Geld natürlich nicht nur für die Foto-Präsenz auf Social Media, sondern für das Gesamtpaket des Sponsorings.
Quelle: Getty Images