Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Hans Ziegler. Er steht unter Verdacht, bei mehreren börsenkotierten Schweizer Firmen sein Insiderwissen ausgenutzt zu haben. Daraus, dass die Bundesanwaltschaft ermittelt, lässt sich schliessen, dass der Verdacht besteht, Ziegler habe sich mit seinem Insiderwissen einen erheblichen Vermögensvorteil von mehr als einer Million Franken verschafft. Ab diesem Betrag wird ein Insidervergehen juristisch als Verbrechen qualifiziert, wofür mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gerechnet werden muss.

Mit den Ermittlungen vertraute Personen wollen wissen, dass Ziegler, ausgebildeter Kaufmann, der sich zum Betriebsökonomen weiterbildete, vorübergehend festgenommen und verhört wurde.

Swisslog könnte betroffen sein

Unter den Firmen, bei denen Ziegler sein Insiderwissen ausgenutzt haben könnte, gilt Swisslog als Top-Kandidat. Ziegler war lange Präsident des Spezialisten für Automatisierungslösungen, bis das Unternehmen 2014 vom deutschen Industrieroboterhersteller Kuka übernommen wurde. Anschlies­send wurde Ziegler Mitglied des Verwaltungsrats bei Kuka.

Bereits lange vor dem offiziellen Übernahmeangebot von Kuka an Swisslog brodelte die Gerüchteküche. Erstmals im Jahr 2012, als das Familienunternehmen Grenzebach bei Swisslog einstieg, denn Grenzebach ist auch bei Kuka Gross­aktionärin. Als der deutsche Industrielle Friedhelm Loh Ende August 2014 bekanntgab, seinen Swisslog-Anteil auf 15 Prozent erhöht zu haben, loderte das spekulative Feuer erst recht.

Denn auch Loh war massgeblich bei Kuka beteiligt. Zusammen mit den 25 Prozent, die Grenzebach besass, waren so bereits 40 Prozent der Swisslog-Titel im Besitz von Grossaktionären von Kuka. Anschlies­send tauchte die Swisslog-Aktie regel­mässig in der Liste der grössten Tages­gewinner an der Schweizer Börse auf.

Nur 8,9 Prozent mehr

Am Abend des 25. September unterbreitete Kuka schliesslich ein offizielles Angebot für Swisslog. Der Kaufpreis lag bei 338 Millionen Franken. Das waren nur 8,9 Prozent mehr als der Börsenschlusskurs vom Vortag und 15 Prozent mehr als der Aktienkurs im Durchschnitt der vergangenen 60 Tage.

Der Aufpreis war damit vergleichsweise bescheiden: Kurz zuvor hatte der US-Konzern Danaher für Nobel Biocare einen Aufpreis von 28 Prozent geboten. Der Verwaltungsrat von Swisslog empfahl das Angebot einen Tag nach der Offerte zur Annahme. Deren Präsident Hans Ziegler sagte damals: «Es ist eine gute Heirat.»

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