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«Harter Brexit» macht Schweizer Firmen Sorgen

«Harter Brexit» macht Schweizer Firmen Sorgen
Brexit: Der britische Weg ist für Schweizer Unternehmer kein Vorbild.  Pexels

Die Pläne der britischen Premierministerin Theresa May beunruhigen Schweizer Banken aber auch Pharmafirmen. Sie sorgen sich um ihren Zugang zum britischen Markt. Nun ist die Schweizer Politik gefragt.

Nach der Ankündigung der britischen Premierministerin Theresa May, Grossbritannien werde aus dem EU-Binnenmarkt austreten, sorgen sich Schweizer Unternehmen um ihren Zugang zum britischen Markt. Das sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann am Mittwoch in Davos.

Zuvor hatte er am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern gefrühstückt. «Der Brexit war ein prominentes Thema», sagte der Wirtschaftsminister im Anschluss.

Oberste Priorität

Der angekündigte «harte Brexit» sei dabei nicht als mögliches Vorbild für die Schweiz genannt worden, sagte Schneider-Ammann gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Der Bilateralismus werde von den führenden Schweizer Unternehmen ausdrücklich unterstützt, gefordert und gefördert.

Von Unternehmensseite sei beim Gespräch die Forderung gestellt geworden, die Schweizer Regierung solle möglichst rasch mit Grossbritannien Kontakt aufnehmen. Ziel sei, die künftigen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Grossbritannien für die Zeit nach einem Austritt aus der EU zu etablieren. Dies habe aus Sicht der Wirtschaft «oberste Priorität».

Diese Forderungen seien nicht nur vonseiten der Banken gefordert worden, fügte Schneider-Amman an. Auch jeder Pharmariese wisse genau, dass er nur dann erfolgreich mit Grossbritannien Geschäfte machen könne, wenn das Finanzierungssystem einwandfrei funktioniere.

Frühstücken mit Topmanagern

Ein gutes Dutzend Schweizer Wirtschaftschefs waren der Einladung des Wirtschaftsministers zum Frühstück gefolgt. Das Meeting wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Prominente Gäste waren etwa UBS-Chef Sergio Ermotti oder der Chef des Versicherungskonzerns Zurich, Mario Greco.

Nebst den Banken und Versicherungen waren mit Topmanagern von Novartis, ABB, Swiss oder Schindler auch die anderen wichtigen Schweizer Wirtschaftsbranchen am Tisch vertreten.

Wirtschaft bemängelt Bürokratie

Zur Sprache kamen Themen, bei denen sich die Wirtschaft von der Politik eine aktive Lösungssuche wünscht. Neben der Frage der Offenmarktspolitik wurde laut Schneider-Ammann auch über die Herausforderungen der Digitalisierung und der aus Sicht der Wirtschaft «ausufernden Bürokratie» gesprochen.

Er werde seine Tätigkeitsliste hinsichtlich der geäusserten Forderungen prüfen, versprach der Wirtschaftsminister.

(sda/jfr)

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