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Milliarden-Deal 
Haben sich ChemChina und Syngenta geeinigt?

Syngenta: ChemChina bietet angeblich 44 Milliarden Franken.   Keystone

Seit längerem wird ChemChina als mögliche Syngenta-Käuferin gehandelt. Nun soll eine Einigung in Sicht sein. Der Preis: angeblich 44 Milliarden Franken. Die Aktie schiesst in die Höhe.

Veröffentlicht 02.02.2016

Neue Gerüchte um eine mögliche Übernahme des Agrochemie-Unternehmens Syngenta durch die chinesische ChemChina haben am frühen Dienstagnachmittag an der Schweizer Börse zu einem Kurssprung der Syngenta-Aktie geführt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass sich die beiden Vertragsparteien einer Einigung «näherten». Laut dem Bericht offeriert das chinesische Unternehmen rund 470 Franken pro Syngenta-Aktie.

ChemChina müsste für Syngenta insgesamt einen Preis von rund 43,7 Milliarden Franken bezahlen, heisst es in dem Bloomberg-Bericht unter Berufung auf «informierte Kreise». Ein Syngenta-Sprecher wollte am Dienstag auf AWP-Anfrage keinen Kommentar zu dem Bericht abgeben. Laut Bloomberg könnte die entsprechende Vereinbarung bereits am (morgigen) Mittwoch anlässlich der Vorlage der Syngenta-Jahresbilanz angekündigt werden. Laut Bloomberg würde es sich um die bisher grösste Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen überhaupt handeln.

Die Syngenta-Aktie notiert am Mittwochnachmittag in einem insgesamt klar negativen Gesamtmarkt noch um 5,1 Prozent im Plus auf 398,20 Franken, nachdem die Titel zuvor auf ein Tageshoch von 410 Franken gesprungen waren.

ChemChina seit längerem potenzielle Syngenta-Käuferin

Die China National Chemical (ChemChina) wird seit Monaten als mögliche Syngenta-Käuferin gehandelt. Mitte November des letzten Jahres hatten Medien bereits berichtet, dass Syngenta ein Übernahmeangebot von ChemChina unter Berufung auf regulatorische Vorbehalte zurückgewiesen habe. Bereits damals war ein Preis von 470 Franken je Aktie genannt worden.

Im vergangenen Sommer hatte sich ein Übernahmeangebot von Monsanto für den Basler Agrochemiekonzern zerschlagen. Das Syngenta-Management hatte die Offerte von 449 Franken je Syngenta-Aktie strikt abgelehnt. Angesichts des hartnäckigen Widerstands der Schweizer hatte sich die US-Konkurrentin im August 2015 schliesslich wieder zurückgezogen.

Hoher Druck auf Branche

Neuen Druck auf die Branche übt laut Beobachtern auch die geplante Fusion der US-Chemieriesen Dow Chemical und DuPont aus. Mitte Dezember hatten die US-Grosskonzerne Dow Chemical und DuPont ihre Fusionspläne öffentlich gemacht. Mit dem neuen Riesen Dowdupont soll der weltgrösste Chemiekonzern entstehen.

Auch Syngenta-Präsident Michel Demaré hatte zuletzt eingeräumt, dass Syngenta kaum mehr Möglichkeiten für einen Alleingang sieht. «Anfang Jahr noch war dies für Syngenta vorstellbar. Doch seither hat sich die Dynamik in der Branche verändert», sagte er Ende Jahr in einem Interview. Eine konkrete Kaufofferte für Syngenta liege zwar nicht auf dem Tisch, sagte er damals. Aber: «wir sind in recht fortgeschrittenen, formellen und intensiven Verhandlungen.»

(awp/ccr)

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