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Glencore schlägt in Libyen zu

Libysche Rebellen: Auch sie brauchen Benzin (Bild: Keystone)

Der Rohstoffriese Glencore will mit der libyschen Übergangsregierung Geschäfte machen – und macht dabei dem bisherigen Hauptlieferanten für Treibstoff sein Revier streitig.

Veröffentlicht 05.09.2011

Nach dem Machtwechsel in Libyen ist nun auch der weltgrösste Rohstoffhändler Glencore mit dem Übergangsrat im Geschäft. Der Konzern sicherte sich einen ersten Vertrag zur Treibstofflieferung, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Branchenvertreter sagten.

Bedingung sei die Aufhebung von Uno-Sanktionen gegen das Land. Der Beginn der Auslieferungen blieb zunächst unklar. Glencore lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Vertrag ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass der wie Glencore in der Schweiz ansässige Ölhändler Vitol seine Position als führender Lieferant der libyschen Rebellen allmählich verliert. Der Übergangsrat will die dringend notwendige Treibstoff-Versorgung auf eine breitere Basis stellen.

Treibstoff dringend gebraucht

So schickten der russische Gunvor-Konzern und die französische Total in der vergangenen Woche ihre ersten Tankschiffe nach Libyen seit dem Ausbruch der Auseinandersetzungen zwischen den Aufständischen und dem langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi im Februar.

Der Übergangsrat braucht dringend Treibstoff, um die Infrastruktur und damit die Ordnung in Libyen wiederherzustellen. Selbst in Friedenszeiten musste das Öl produzierende Land Benzin importieren, weil es zuhause nicht über genügend Raffinerien verfügt.

Der Übergangsrat will den Treibstoff aus beschlagnahmten Vermögen Gaddafis finanzieren. Vergangene Woche waren ihm 15 Milliarden Dollar an eingefrorenen Geldern zugesprochen worden.

(laf/sda/tno/awp)

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