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Friedrich Christian Flick: Schlussstrich unter Zürcher Museum

Friedrich Christian Flick hat die für sein Museum vorgesehene Liegenschaft in Zürich verkauft. Neuer Besitzer ist Allreal.

Von red
04.10.2005

Mit dem Verkauf des so genannten Modellmagazins auf dem Escher-Wyss-Areal an der Zürcher Hardturmstrasse hat der deutsche Millionenerbe und Kunst-Engroskäufer Friedrich Christian («Mick») Flick die für ihn unerfreulichste Geschäftsidee ad acta gelegt.

Nachdem Flick vor Jahren dieses Industriedenkmal gekauft und angekündigt hatte, dort seine in Rekordzeit zusammengeraffte Kunstsammlung aufhängen zu lassen, war eine für die Schweiz ungewöhnlich laute Protestbewegung angelaufen. Speziell Zürcher Kulturschaffende lehnten das Projekt ab und geisselten lautstark die Herkunft des flickschen Grundvermögens. Grossvater Friedrich Flick war während des deutschen Naziterrors einer der grössten Profiteure von Zwangsarbeit.

Anders als vor Jahren beim protzig angekündigten Museumsprojekt wechselte die arg ramponierte Halle nun lautlos die Hand: Die Immobiliengruppe Allreal, ohnehin mächtig präsent auf dem Escher-Wyss-Areal, nahm Flicks Modellmagazin in ihr auf 1,7 Milliarden Franken taxiertes Liegenschaftenportfolio. Allreal hatte in Zürich West bereits vor drei Jahren Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 60 000 Quadratmetern erworben, besitzt unter anderem auch Kurt Aeschbachers Labor-Bar. Etliche Gebäude stehen unter Denkmalschutz, zum Beispiel die Maschinenhalle, der frühere Verwaltungstrakt und der markante Fabrikkamin. Wie jetzt das von Flick zugekaufte ehemalige Modellmagazin aufgefrischt wird, ist angesichts der erbärmlichen Gebäudesubstanz noch nicht entschieden. «Im Inneren baulich in einem schlechten Zustand», beschreibt es Allreal-Sprecher Matthias Meier.

Verkäufer Flick kann es egal sein. Sein Sammelsurium an moderner Kunst lässt der 61-jährige Wahlschweizer bereits seit letztem Jahr in der alten Reichshauptstadt Berlin präsentieren. Gerade begann die dritte Schau, Titel: «Fast nichts». 235 Werke aus seinem Depot liess er dafür in den dortigen Hamburger Bahnhof spedieren. Als Steuerbürger bleibt der Vater von drei Kindern mit seinem Hauptwohnsitz in Gstaad BE der Schweiz natürlich ebenso erhalten wie als Kunsthorter. Seine F.Ch. Flick Kunstverwaltung GmbH domiziliert, steuertaktisch, unverändert in Zürich – auf dem Escher-Wyss-Gelände. WP

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