Lebte sie noch, so wäre Königin Viktoria bestimmt very amused über die Ladys, die jeweils Ende November ihr Anwesen bevölkern. Im Schlosshotel Kronberg bei Frankfurt, wo Ihre Hoheit Ende des 19.  Jahrhunderts residierte, versammelte sich nun zum dritten Mal eine hochkarätige Runde von Kaderfrauen aus dem deutschsprachigen Europa. «Generation CEO» heisst das vom deutschen Headhunter Heiner Thorborg gegründete Netzwerk, das mittlerweile 60 Mitglieder zählt. Traditionsgemäss wurden erneut 20 weibliche Talente in den illust­ren Kreis aufgenommen, diesmal mit Mirjam Staub-Bisang und Nadja Lang (Bild/v.r.) auch zwei Schweizerinnen.

Mirjam Staub-Bisang (40) hat es als Unternehmerin in das von Managerinnen dominierte Netzwerk geschafft. Die ­Juristin mit MBA der Kaderschmiede ­Insead durchlief verschiedene Karrierestationen in der Finanzbranche im In- und Ausland, bevor sie im Jahr 2005 in Zürich ihre Vermögensverwaltungsfirma Independent Capital Management gründete, die sieben Mitarbeiter beschäftigt.

Mit Nadja Lang (36) hielt die erste Vertreterin einer Nichtregierungsorganisation bei Generation CEO Einzug. Lang studierte an der Zürcher Hochschule Winterthur Betriebsökonomie und ist seit 2005 Leiterin Marketing und Key Account Management sowie stellvertretende Geschäftsleiterin der Max-Havelaar-Stiftung Schweiz. Zuvor arbeitete sie als Marketingspezialistin bei den Foodkonzernen General Mills und Coca-Cola.

Drei weitere Preisträgerinnen des Jahres 2009 haben einen Schweizer Arbeitsort: Kathrin Scheffel arbeitet als Marketingchefin beim Maschinenbauer Jensen in Burgdorf, Christine Martel leitet eine Finanzabteilung bei Nestlé in Vevey, und Tanja Weiher ist Finanzchefin einer UBS-Division in Zürich.

Alle Neuen kommen in den Genuss eines Förderprogramms im Wert von 25  000 Euro, das Coaching und Seminare zur persönlichen Weiterentwicklung umfasst sowie Veranstaltungen mit Mitgliedern des Netzwerks, Wirtschaftsführern und Sponsoren. Zu Letztgenannten gehören Konzerne wie Henkel, Mercedes-Benz, Siemens oder Swisscom, die insgesamt eine Million Euro zur Verfügung stellen. Mit diesen Leistungen soll den Frauen der Weg in Top-Positionen ermöglicht werden.

An Ambitionen mangelt es nicht. Die Stimmung in den historischen Hallen in Kronberg ist herzlich und unaufgeregt, aber keine der Frauen ist gekommen, um sich über Work-Life Balance oder Kindererziehung auszutauschen. Gesprächsstoff geben Karriereplanung, Krisenmanagement oder Quotenregelungen. Business wird auch Anfang Februar das dominierende Thema sein, wenn sich die Preisträgerinnen am Hauptsitz von Hewlett-Packard Schweiz in Düben­-dorf ZH zum Erfahrungsaustausch über Change Management treffen. Gastgeberin ist HP-Geschäftsführerin Hauke Stars, seit einem Jahr Mitglied bei Generation CEO. Die durch die Initiative gewonnenen Beziehungen konnte die 42-jährige Deutsche bereits gewinnbringend einsetzen. Seit Mai dieses Jahres sitzt sie im Verwaltungsrat des Marktforschungsunternehmens GfK.

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