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Franz Humer: Nur beim Salär hinter Daniel Vasella

Franz Humer: Im Windschatten von Vasella lebt es sich nicht schlecht.  Keystone

Roche-CEO Franz Humer deklassierte den Erzrivalen Daniel Vasella bei ­allen Kennzahlen. Nur beim Salär hat der Novartis-Chef die Nase vorn. Darben musste aber auch Humer nicht.

Von Dirk Schütz
07.03.2014

Das letzte Wort hatte der Sieger. «Ausbildung ist eine Linienaufgabe», liess Franz Humer am Tag seiner letzten Roche-­Generalversammlung vom 4. März die «Basler Zeitung» wissen. «Das kann man nicht an einen ehemaligen Präsidenten delegieren.» Klare Ansage an den Erzfeind Daniel Vasella, der sich sein Führungskräfte-Coaching von Novartis mit einem Tagessatz von 25 000 Franken ­vergüten lässt: Wir bleiben in Feindschaft verbunden.

Roche schlägt Novartis

Das Duell hat er ohnehin klar für sich entschieden. Ob Gewinn, Aktienkurs oder Dividende: Roche deklassierte den Rivalen in den letzten 15 Jahren unter Humers Ägide. Nur bei einer Kennzahl war Vasella stärker: dem Salärpaket. Seit der Publikation der Gehaltszahlen im Jahr 2002 hat der Novartis-Lenker laut Firmen­angaben 308 Millionen Franken eingestrichen (siehe Grafik oben). Humer bringt es für diesen Zeitraum dagegen auf 159,4 Millionen. Das ist zwar ein happiger Unterschied, zumal das Vasella-­Paket noch um mindestens 30 Millionen höher ausfallen dürfte, da er in den ersten Jahren der Veröffentlichung nur die Steuer- und nicht die Marktwerte publizierte. Doch dass sich die Öffentlichkeit vor allem an dem Feindbild Vasella abarbeitete, hat der östereichisch-schweizerische Doppelbürger Humer geschickt ­genutzt: Über sein stattliches Lohnpaket regte sich niemand auf.

Exorbitante Einkünfte

Im Zehnjahresvergleich ist Humer noch vor dem langjährigen UBS-Lenker Marcel Ospel die Nummer zwei, und selbst in den letzten fünf Jahren, als er den CEO-Posten bereits abgegeben hatte und nur noch als VR-Präsident amtete, war er hinter Vasella und CS-Chef Brady Dougan mit einem Gesamtverdienst von fast 60 Millionen Franken die Nummer drei unter den Schweizer Topmanagern (siehe unten). Die Nachfolger definieren ihren angeblichen Marktwert deutlich tiefer: Jörg Reinhardt bei Novartis bezieht 3,8 Millionen, Humers Nachfolger Christoph Franz 4 Millionen Franken.

Den Vergleich mit Vasella nutzt Humer über seine Amtzeit hinaus: Äus­serte er sich letztes Jahr noch kritisch über dessen Beratervertrag, so hat er sich jetzt selbst einen gesichert, auch hier im Windschatten Vasellas: Der bezieht für die drei Jahre nach seinem Ausscheiden 5,3 Millionen Franken, bei Humer sind es 3 Millionen für fünf Jahre.

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