Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt der Frankenstärke entgegen. Die Währungshüter betrachten die Schweizer Währung als «zur Zeit massiv überbewertet». Ab sofort strebt die SNB deshalb einen Dreimonats-Libor so nahe bei Null wie möglich an und verengt das Zielband für den Dreimonats-Libor von 0-0,75 Prozent auf 0-0,25 Prozent, wie die SNB  in einer Mitteilung schreibt.

Gleichzeitig werde sie die Liquidität am Schweizer-Franken-Geldmarkt über die nächsten Tage massiv erhöhen. Die SNB beabsichtigt dazu, die Giroguthaben der Banken bei der SNB von derzeit rund 30 Milliarden auf 80 Milliarden Franken auszudehnen. Mit sofortiger Wirkung werde die Nationalbank deshalb auslaufende Repos und SNB Bills nicht mehr erneuern und ausstehende SNB Bills zurückkaufen, bis der angestrebte Girobestand erreicht sei, so die Mitteilung weiter.

Die gegenwärtige Frankenstärke bedrohe die Wirtschaftsentwicklung und erhöhe die Abwärtsrisiken für die Preisstabilität in der Schweiz. Die Nationalbank nehme eine fortwährende Verschärfung der geldpolitischen Rahmenbedingungen nicht tatenlos hin, schreiben die Währungshüter.

Der Kurs des Euro zum Franken ist nach seinem Tiefststand am Morgen vom Wert unter 1.08 wieder leicht gestiegen. Die Gemeinschaftwährung Europas erreichte kurz nach der Massnahmenankündigung der Nationalbank den Stand von 1.0968 Franken. Auch der Dollar legte leicht zu. Die US-Währung kletterte von ihrem Tiefststand knapp über 0.76 auf den Wert von 0.7714 Franken.

(laf/cms/awp)

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