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Unverständnis 
Frankenschock: Kritik an SNB und Politik nimmt zu

Hält an seinem Kurs fest, doch der Druck steigt: SNB-Chef Thomas Jordan.Keystone

Nach der massiven Frankenaufwertung im Januar dominierten zunächst Durchhalteparolen. Nun zeigt sich: Die Krise schlägt voll durch. Der Druck auf Politik und Nationalbank steigt.

Von Erik Nolmans und Florence Vuichard
11.06.2015

Mit der Aufhebung des Mindestkurses am 15. Januar hat die Nationalbank die Industrie in die Krise gedrückt: «Die Auslastung ist noch gut, die Auftragseingänge nehmen ab, und die Marge ist katastrophal.» So fasst Swissmem-Präsident die Situation gegenüber Bilanz zusammen.

Umso unverständlicher ist für Hess, dass Bundesbern für die Anliegen seiner Branche kein Gehör hat. «Ich bin erstaunt – und enttäuscht», sagt er. «Ich verstehe nicht, wie die Politik gegenüber einer Branche, die fast zehn Prozent zum Schweizer BIP beiträgt, so indifferent sein kann.» Und nachdem Hess seine Kritik an der Nationalbank vorübergehend eingestellt hatte, fordert er nun, nach den neusten Branchenzahlen, alle Optionen nochmals zu prüfen.

«Deindustrialisierung der Schweiz»

Einen Schritt weiter geht Unia-Industriechef und SP-Nationalrat Corrado Pardini, der vor einer «Deindustrialisierung der Schweiz» warnt: «Einzig die Nationalbank kann den Schlamassel, den sie angerichtet hat, mit einer neuen Währungspolitik ändern. Zögern die Herren im SNB-Direktorium noch lange, muss man sich fragen, ob das SNB-Direktorium richtig besetzt ist.»

Die Zeit drängt in der Tat, das bestätigt auch Hess. Der Strukturwandel in der Industrie finde jetzt schon statt. «Die Folgen werden wir aber erst in zwei oder drei Jahren voll erkennen», sagt Hess. «Dann ist es für Gegenmassnahmen zu spät.»

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