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Börsengang 
Ferrari: Luxusmarke soll Luxus-IPO bescheren

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Sergio Marchionne: Der Fiat-Chef will Ferrari als Luxusgüterunternehmen positionieren.KeystoneQuelle: Keystone

Ferraris IPO soll bis zu elf Milliarden Euro einspielen. Dabei will sich die Marke weniger als profaner Autohersteller denn als Luxusgüterhersteller positionieren, in einer Reihe mit Prada und Hermes.

Veröffentlicht 09.10.2015

Der wertsteigernde Nimbus der Marke Ferrari scheint nicht alleine bei Verkaufsgesprächen mit superreichen Autokäufern oder auf den Überholspuren der Welt zu wirken. Auch an den Finanzmärkten lässt er im Vorfeld des Börsengangs dessen Volumen deutlich klettern: Nach Informationen von Bloomberg News aus informierten Kreisen am Freitag soll das IPO der italienischen Kultmarke bis zu elf Milliarden Euro einspielen.

Gewachsene Volatilität beeinflusst Börsengang

Derzeit deute sich auf Basis von Gesprächen mit möglichen Investoren ein Volumen von knapp zehn bis elf Milliarden Euro an, wenn die Konzernmutter Fiat Chrysler Automobiles NV sich über die Börse in New York von zehn Prozent der wertvollsten Marke im Portfolio trennt, sagten die informierten Personen unter Zusicherung ihrer Anonymität.

Frühestens, sagten die Personen weiter, sei im Tagesverlauf mit Vorlage der Preisspanne zu rechnen. In der kommenden Woche seien Präsentationen für Interessenten am IPO geplant, hiess es. Beeinflusst werden könnte der Börsengang des Autowerts durchaus auch von der gewachsenen Volatilität im Nachgang des Abgasskandals bei der mit Fiat konkurrierenden Volkswagen AG.

Positionierung als Luxusgüterunternehmen

Bereits seit Monaten will Fiat-Chrysler-Konzernchef und Ferrari-Oberhaupt Sergio Marchionne die Marke weniger als profanen Autohersteller denn als Luxusgüterunternehmen positionieren. Damit wären Konkurrenten für Ferrari eher das Modeunternehmen Prada SpA oder Hermes International SCA. Diese Unternehmen werden an der Börse ganz anders bewertet und kommen auf das 20-fache des operativen Gewinns, was um mehr als das Doppelte der mittleren Bewertung von Autoherstellern entspricht. Ferrari könne laut den Aussagen auf das zwölf- bis 14-fache der Gewinne des Jahres 2015 kommen.

«Ein Luxusaufschlag ist wegen des kapitalintensiven Charakters von Ferrari, dem Niveau der Gewinnmarge, der operativen Ausrichtung und den wenig elastischen Preisen gerechtfertigt», urteilte Vermögensverwalter Adam Wyden, der Gründer von ADW Capital Partners LP. Er hält Aktien von Fiat Chrysler im Portfolio.

Oberstes Segment des Sportwagenmarktes

Ferrari soll unter dem Tickersymbol FRRI an der New Yorker Börse handelbar sein. Das bereinigte Ebitda wurde im letzten Jahr mit 693 Millionen Euro angegeben und die Gewinnmarge erreichte 25 Prozent des Umsatzes. Im ersten Halbjahr 2015 war der Gewinn um 8,9 Prozent gestiegen.

Ferrari will sich weiterhin ausschliesslich auf das oberste Segment des Sportwagenmarktes konzentrieren, aber die Stückzahlen moderat von derzeit etwa 7200 Fahrzeugen auf rund 9000 im Jahr 2019 erhöhen. Zuvor galt ein Produktionslimit von 7000 Exemplaren.

Begleitet wird der Börsengang von Ferrari von den Banken UBS Group AG, Bank of America Corp.’s Merrill Lynch, Banco Santander SA, Mediobanca SpA und JPMorgan Chase & Co.

(bloomberg/ccr)

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