Im Digitalbusiness sind 17 Jahre eine halbe Ewigkeit. So lange war Dominique Locher beim Online-Food-Pionier LeShop.ch. Zuerst als Verkaufs- und Marketingchef und ab 2013 als CEO prägte er 
den erfolgreichsten Online-Lebensmittelladen der Schweiz, der 2006 von der Migros geschluckt wurde.

Im Frühling schmiss der 48-Jährige überraschend den Bettel hin, besuchte an der Stanford University im Silicon Valley einen mehrwöchigen Managementkurs und liess die Branche über seine Projekte 
rätseln. Laut dem E-Commerce-Berater Carpathia wurde gar ­spekuliert, er könnte für Amazon Fresh das Schweiz-Geschäft aufbauen.

Eigenes Digitalbusiness

Gegenüber BILANZ erklärt Locher nun, dass er in Vevey am Aufbau einer neuen Firma arbeite. Woran der Romand genau werkelt, will er allerdings noch nicht verraten. Es gehe um digitale Transformation in einem Bereich der Wirtschaft, der «etwas eingeschlafen» sei, sagt er.

Parallel dazu hilft Locher dem grössten russischen Onlinehändler Ozon beim Aufbau der Lebensmittelsparte. Ein «äus­serst dynamisches Unternehmen», wie er sagt. «Russlands Amazon» hat über neun Millionen Kunden, beschäftigt rund 3500 Angestellte und listet 4,3 Millionen ­Artikel im Angebot. Nur den Versand von frischen Lebensmitteln hat das Unternehmen unter der Führung von Danny Perekalsky bislang gemieden.

LeShop.ch war weltweit einer der ersten Online­läden mit frischen Lebensmitteln. Das Wachstum hat sich zuletzt zwar verlangsamt. Mit 182 Millionen Franken macht es aber immer noch deutlich mehr Umsatz als Hauptkonkurrent Coop@home (129 Millionen). 

Das sind die zehn grössten Online-Shops der Schweiz:

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