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Zurückgetretener 
Eric Olsen musste zum Rücktritt gedrängt werden

Eric Olsen: Sein Rücktritt als Lafarge-Holcim-CEO war nicht freiwillig. Keystone

Der Abgang von Lafarge-Holcim-Chef Eric Olsen war nicht freiwillig. Im Verwaltungsrat herrschten Zweifel, ob er wirklich nichts von Lösegeldzahlungen an den IS wusste.

Von Marc Kowalsky und Holger Alich
26.04.2017

Lafarge-Holcim-CEO Eric Olsen begründete seinen Abgang mit hehren Worten: «Obwohl ich in keinerlei Fehlverhalten involviert war oder davon Kenntnis hatte, denke ich, dass mein Rücktritt dazu beitragen wird, Ruhe in ein Unternehmen zu bringen, das während Monaten wegen des Syrien-Falls im Zentrum der Aufmerksamkeit stand.» Olsen wird bei seinem Rücktritt im Juli 2017 gerade mal zwei Jahre im Amt bei Lafarge-Holcim gewesen sein.

Tatsächlich war sein Abgang weder ehrenvoll noch freiwillig. Zwar sprach ihn der VR öffentlich frei vom Verdacht, von Schmiergeldzahlungen an den IS gewusst zu haben, die 2011 bis 2014 den Betrieb eines Lafarge-Werkes in Syrien sicherstellen sollten. Doch in den Kriegswirren wurden auch insgesamt 13 Angestellte des Zementherstellers gekidnappt und erst gegen Lösegeldzahlungen des Konzerns freigelassen.

Dass Olsen als damaliger Personalchef von Lafarge nichts davon gewusst haben soll, wie er beteuerte, daran hatten diverse VR-Mitglieder ernste Zweifel. Im Communiqué zu Olsens Abgang und im öffentlichen Untersuchungsbericht zu Syrien geht Lafarge-Holcim auf diesen Punkt denn auch nicht ein – anders als bei den Schmiergeldzahlungen.

Wochenlanger Prozess

Internen Quellen zufolge war es ein wochenlanger Prozess, bis Olsen zur Einsicht gebracht werden konnte, zurückzutreten. VR-Präsident Beat Hess gilt als prinzipientreu und Verfechter einer Null-Toleranz-Politik, wenn es um Com­pliance geht. Grossaktionär Albert Frère (9,8 Prozent), im Board vertreten durch Gérard Lamarche und Paul Desmarais, hat mit seiner Firma Imerys selber gerade einen ähnlichen Skandal am Hals und wollte das Thema bei Lafarge-Holcim raschestmöglich beenden. Grossaktionär Nassef Sawiris (5 Prozent) ist seit langem unzufrieden mit der Performance von Lafarge-Holcim und hatte deshalb keinen Grund, an Olsen festzuhalten. Bei Grossaktionär Thomas Schmidheiny (11,9 Prozent) vermutet die französische Presse, die Vorwürfe seien ein willkommener Grund, Olsen durch einen Chef zu ersetzen, der den Fusionskonzern stärker «helvetisiere».

Der Nachfolger Olsens wird extern gesucht. Bis er gefunden ist, wird Hess im stolzen Alter von 68 Jahren die CEO-Rolle ausfüllen, unterstützt vom bisherigen Europachef Roland Köhler als neuem COO.

 

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Das sind die Verbündeten und Gegner von VR-Präsident Beat Hess:

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Das sind die Freunde und die Gegenspieler von LafargeHolcim-Präsident Beat Hess:Die Freunde:Als Hess im Sommer 1987 den Zusammenschluss von BBC mit Asea zu ABB aufgleisen sollte, rief er bei Homburger & Partner an. Der einzige Anwalt, der nicht in den Ferien weilte, war…