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Besetzung 
Eine dieser Migros-Frauen könnte Zumbrunnen beerben

Damenwahl: Bettina Meyer, Hedy Graber und Ursula Nold (v.l.). Keystone/zvg

Mit dem Amtsantritt von Fabrice Zumbrunnen wird im Top-Kader der Migros eine Stelle frei. Zum ersten Mal seit fünf Jahren könnte es wieder eine Frau ins Management des 
grössten Arbeitgebers schaffen.

Von Philipp Albrecht
am 28.03.2017

Anfang nächsten Jahres wird mit der Pensionierung von Herbert Bolliger und dem Antritt des neuen Chefs Fabrice Zumbrunnen im männerlastigen Migros-Management ein Platz frei. Zumbrunnen werde wohl eine Frau ­nominieren müssen, hört man aus dem Konzern. Die letzte weibliche Vertreterin, Gisèle Girgis, verliess das Gremium altershalber 2012. Sie visierte danach das Amt der Verwaltungspräsidentin an, zog allerdings gegen den Tessiner Kandidaten Andrea Broggini den Kürzeren.

In den nächsten Monaten soll die neue Chefin für das Departement mit dem sperrigen Namen «HR, Kulturelles & Soziales, Freizeit» bestimmt werden. Im sieben­köpfigen Topmanagement werden die Entscheidungen wie im Bundesrat getroffen: Erfahrungen in den jeweils anderen Bereichen sind mehr als gefragt.

In der Pole Position

Bereits in der Pole Position steht angeblich Ursula Nold. Sie präsidiert seit acht Jahren das 111-köpfige Migros-Parlament, Delegiertenversammlung genannt, und soll schon eine Anfrage erhalten haben. «No comment», sagt sie dazu. Die 48-jährige Bernerin ist Dozentin an der Pädago­gischen Hochschule Bern. Ihr mangelt es zwar an unternehmerischer Führungserfahrung, dafür kennt sie das unübersichtliche Migros-Konstrukt wie keine Zweite.

Mehr als einmal ist der Name der Kulturprozent-Chefin Hedy Graber gefallen. Die 56-Jährige führt die kulturelle Geld­verteilungsmaschine der Migros schon seit 13 Jahren und wurde 2015 in Berlin zur Europäischen Kulturmanagerin des Jahres gekürt. Doch ihre Achillesferse ist die fehlende Erfahrung im Detailhandel.

Darin kennt sich wiederum Bettina Meyer sehr gut aus. Die 49-Jährige wacht seit vier Jahren in der Genossenschaft ­Luzern über die Fachmärkte und die Gastronomie und ist dort die einzige Frau in der Geschäftsleitung. Zuvor war sie 14 Jahre lang HR-Verantwortliche in den Genossenschaften Luzern und Zürich. Und obendrauf kommen noch drei Jahre in der Migros-eigenen Schoggifabrik Frey im ­Bereich Finanzen.

Ausschliesslich Männer

«Sicherlich ist es eine interessante Position, ich kenne aber die genauen Anforderungen nicht und kann darum keine Aussage dazu machen», sagt sie auf Anfrage.

Im Detailhandel sind Führungsfrauen besonders rar. In den operativen Schaltzentralen der zehn regionalen Migros-­Genossenschaften sitzen 72 Führungsleute, wovon nur gerade sechs weiblich sind. In den Geschäftsleitungen von Migros und Coop sitzen ausschliesslich Männer. Auch in den Chefetagen der Konkurrenten Aldi, Lidl und Valora findet sich keine einzige Frau.

 

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