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Ein Startup aus New York will Schweizer gut betten

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Casper: Online bestellt und nach Hause geliefert.  zvg

Auch Matratzen sind ein Lifestyle-Produkt. Das glauben die Jungunternehmer von Casper und wollen nun die Schweiz davon überzeugen. Wie er den hiesigen Bettenmarkt erobern will, erklärt der Mitgründer.

Von Cynthia Castritius
2016-08-05

Morpheus, mythischer Hüter der Träume, kann sich einen neuen Job suchen. Denn guter Schlaf soll in Zukunft per Mausklick bestellbar sein. Nachdem fast jedes noch so banale Produkt inzwischen in die digitalen Warenkörbe von Online-Shops gewandert ist, trifft es nun einen Bereich, der privater und persönlicher kaum sein könnte: Unser Bett.

«Das Thema gesunder Schlaf ist für die Menschen heute so wichtig wie noch nie. Und wir wollen der Partner des guten Schlafs werden», sagt Constantin Eis, Co-Gründer und Global Managing Director von Casper. Um in die Betten der Schweizer zu gelangen, greift das New Yorker Startup auf Altbewährtes zurück: eine gute Matratze. Und zwar nur eine Matratze: Ein Modell in verschiedenen Grössen, so die Kernidee des Startups, wird online bestellt und zusammengerollt im Karton nach Hause geliefert.

Grosser Anklang

Die Single-Matratze mit den Massen 90 mal 200 Zentimeter gibt es in der Schweiz nun für 440 Franken zu bestellen – inklusive Versandkosten und einer 10-Jahres-Garantie. Als besonders kundenfreundlich wird das Retourkonzept von Casper angepriesen: 100 Nächte können Kunden auf der Matratze zur Probe schlafen und sie im Zweifelsfall retournieren – kostenlos. Denn kaum jemand könne nach nur ein paar Minuten Probeliegen in einem Möbel- oder Matratzengeschäft bereits sagen, ob die Matratze ihm taugt, so Eis.

Die Erfahrung im Mutterland stimmt Casper positiv: In den USA seien die Matratzen-Retouren verschwindend gering. Angeblich schlafen auch Superstars wie Leonardo DiCaprio und Ashton Kutcher auf den Matratzen. Das Magazin «Forbes» kürte die Matratze im vergangenen Jahr zu den 25 besten Erfindungen.

Offline fehlt es an Transparenz

Das Offline-Kauferlebnis mit Matratzen sei schrecklich, sagt Eis. Matratzenläden, die meist an der Ecke einer Strasse anzufinden wären, betrieben doch eine ziemliche Preisintransparenz. «Überall sind Preisbeträge durchgestrichen und durch niedrigere darunter ersetzt. Aber wie soll der Kunde noch durchblicken, ob die Angaben so stimmen, welche angebliche Preisreduktion überhaupt ein Schnäppchen ist?»

Einfachheit lautet das Konzept, mit dem Casper kontern will. In den USA ist man damit offenbar recht erfolgreich: Laut eigenen Angaben knackte das Startup im ersten Monat bereits die Umsatzmarke von 1 Million Dollar. Im ersten Jahr kletterte der Umsatz auf 100 Millionen Dollar.

Online-Anteil ausbauen

Solche Zahlen locken auch grosse Investoren an: Leadinvestor in der Series-B-Finanzierung ist der Venture Capitalist NEA (New Enterprise Associates), auch IVP (Institutional Venture Partners) ist mit an Bord. Beide Firmen haben bereits so manchem Tech-Startup zu Börsengängen verholfen und sind in namhafte Firmen wie Dropbox, Evernote, Kayak, Klarna, Snapchat, Soundcloud und Twitter investiert.

Operativ lassen die Investoren dem Gründerteam freie Hand, sagt Eis. Genaue Zahlen über Verluste und Gewinn will man nicht kommunizieren. Die Investoren indes seien «sehr glücklich mit unserer Performance». Der Anteil des Online-Geschäfts des globalen Matratzenmarkts in Höhe von insgesamt knapp 24 Milliarden Franken wird heute auf 10 Prozent taxiert. Erklärtes Ziel von Casper ist es, das zu ändern und ein führender Brand im Online-Matratzenhandel zu werden.

Vorbild sind die ganz Grossen

Casper will besonders in der Schweiz mit Kundenservice punkten. Man lässt sich von der Art des Produktdesigns bei Apple inspirieren. Derzeit beschäftigt das Startup ein 15-köpfiges Design-Team in San Francisco und hält bereits Dutzende Patente. Als Vorbild sieht man auch den Sportartikel-Hersteller Nike, der heute eine Lifestyle-Marke ist.

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