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Joint Venture mit Rewe: Ein logischer Schritt

Die Zusammenarbeit mit Rewe entschärft die Probleme der Deutschen, hilft aber auch Coop.

Von red
08.02.2005

Als Hansueli Loosli vor ein paar Jahren in den Vereinigten Staaten Geschäftsmodelle auskundschaftete, sah er, dass dort Detailhandel und Gastronomie immer stärker zusammenwuchsen. Der Coop-Chef formulierte das strategische Ziel, in der Gastronomie-Versorgung zu expandieren, entweder allein oder mit einem Partner. Nachdem klar geworden war, dass die deutsche Rewe die im Sommer 2003 übernommene Bon appétit Group auflösen würde, ging Hansueli Loosli auf Rewevorstand Hans Schmitz zu. Die beiden kennen sich von der gemeinsamen Einkaufsgesellschaft Eurogroup, über die Coop und Rewe in Fernost Non-Food-Waren beziehen. Ende Jahr war der Deal perfekt: TransGourmet Holding heisst das Joint Venture, das mit den Rewe-Firmen Prodega CC, Growa CC, Howeg und Aldis Service Plus und der zu Coop gehörenden Bell Gastro Service einen Umsatz von 2,1 Milliarden Franken erzielt. Obschon Coop lediglich einen Umsatz von 134 Millionen Franken in das Unternehmen einbringt, amtet Hansueli Loosli als Verwaltungsratspräsident. Das zeigt, wie ausgedünnt Rewe personell hierzulande ist.

Nicht nur personell. Die Rewe-Verantwortlichen, die einst mit dem Anspruch in die Schweiz gekommen waren, eine starke dritte Kraft im Detailhandel zu bilden, ist es misslungen, die Vorherrschaft von Migros und Coop zu knacken. Dank der Vereinbarung mit Coop können sie nun deren Know-how im Schweizer Markt anzapfen. Hansueli Loosli wiederum erschliessen sich neue Wachstumsmöglichkeiten. Mit Aldis Service Plus gelangt er zu einem Standbein in Frankreich, mit Prodega zum Filetstück der Bon appétit. Spekulationen, wonach sich der Coop-Chef ein Sprungbrett in die Rewe-Zentrale nach Köln geschaffen hat, bestreitet er vehement: «Ein Job bei Rewe war nie ein Thema, ist keines und wird nie eines sein.»

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