1. Home
  2. Unternehmen
  3. Matterhorn Gotthard Bahn: Ein Lehrstück nach Walliser Art

 
Matterhorn Gotthard Bahn: Ein Lehrstück nach Walliser Art

Wie bringt man zwei höchst unterschiedliche Bahnbetreiber zusammen? Die Walliser Antwort: den Privaten die Passagiere und Gewinne, dem Staat die Infrastruktur und die Kosten.

Von red
22.03.2005

Im Wallis steht das Kürzel MGB nicht für Migros-Genossenschafts-Bund, sondern für Matterhorn Gotthard Bahn. Seit 2003 fasst diese Bahngesellschaft die Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ) und die Furka-Oberalp-Bahn (FO) zusammen.

Damit fanden zwei ungleiche Bahnbetreiber zusammen. Die BVZ hatte während Jahrzehnten Gewinne erwirtschaftet und den Privataktionären Dividenden ausgeschüttet. Die FO war vorwiegend im Besitz der öffentlichen Hand und kostete und kostete. Um die beiden zusammenzubringen, war ein Griff in die Trickkiste notwendig.

Inskünftig fährt die Bahn zweigleisig. Die neue Matterhorn Gotthard Bahn ist mit ihrer Matterhorn Gotthard Verkehrs AG zuständig für den Personentransfer und das Rollmaterial. So können Gewinne erzielt werden, die zu drei Vierteln den vielen Privataktionären zufallen. Die öffentliche Hand ist dagegen mit der Matterhorn Gotthard Infrastruktur AG verantwortlich für die teure Infrastruktur wie Gleise, Trassee, Fahrleitungen und Kunstbauten, die nur Kosten verursachen und nie gewinnträchtig sind. Dass die Verkehrs AG das überdimensionierte Depot der (staatlichen) FO übernahm und das zu kleine Depot der (privaten) BVZ in Visp abreissen wird, ist eine weitere Bestätigung der hier vorexerzierten Regel: Gewinne werden privatisiert, Kosten sozialisiert.

Anzeige