Im Bundesrat stellen sie genauso die Mehrheit wie an der Spitze der SMI-Konzerne. Sie kannten zwar nie Existenznöte, dafür aber einen harten Konkurrenzkampf untereinander. Doch jetzt ­gehen die Ersten von ihnen bald in Rente, und die Unternehmen fragen sich: Was ­taugen die Nachfolger? «Generation Y» werden die Geburtsjahrgänge 1975 bis 1985 genannt, als Nachfolger der «Generation X», wie der kanadische Schriftsteller Douglas Coupland die Jahr­gänge von 1965 bis 1975 nannte. Der Befund der Autoren unserer Titelgeschichte, Karin Kofler (Jahrgang 1969) und Andreas Güntert (1965), über die neuen Jungen: leistungsorientiert, international, aber auch illoyal und autoritätskritisch. Karriere um jeden Preis ist out: Schon in den ersten Bewerbungsgesprächen geht es um Sabbaticals, Elternzeit oder genügend Zeit für die Hobbys. Der grosse Unterschied liegt in der Kommunikation: Die heute 25- bis 35-Jährigen sind die erste Generation, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist. Sie lebt flache ­Hierarchien, die ständige Erreichbarkeit und eine grosse Portion Egozentrik seit Jahren aus. Wer in dieser Welt die Rituale nicht richtig befolgt, verliert schnell an Ansehen – selbst wenn er der Vorgesetzte ist. Doch über die neue Generation zu klagen, ist nicht nur ein untrügliches Zeichen dafür, dass man älter wird. In diesem Fall ist es auch gefährlich, genauso wie die Hoffnung, dass der Nachwuchs schon noch von seinen Ansprüchen abrücken werde. Denn die Jungen ­haben die Demografie auf ihrer Seite: Kommen auf einen Rentner heute noch 3,6 ­Erwerbstätige, so werden es in 30 Jahren nur noch 2 sein. «Die Ypsiloner wissen, was sie draufhaben und dass sie auf dem Arbeitsmarkt ein knappes Gut sind», betont eine Vertreterin der Generation. «Das erlaubt ihnen, etwas divenhaft zu sein.» Lesen Sie, wie die Unternehmen mit den neuen Diven umgehen.
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