Die Rückkehr der Veteranen an die Firmen­spitzen wirft eine Frage auf: Hat die Generation der Unternehmenslenker zwischen 35 und 50 versagt? Bei der UBS muss Oswald Grübel die Fehler seiner Vorgänger Peter Wuffli und Marcel Rohner ausbügeln, bei Sulzer steht der ABB-Sanierer Jürgen ­Dormann vor einem Comeback als VR-Präsident, bei der Deutschen Bank bleibt Josef Ackermann drei Jahre länger an Bord, weil sich in der nächsten Generation kein ­va­labler Nachfolger findet.

BILANZ stellt in dieser Ausgabe zwei Vertreter vor, die auf unterschiedliche, aber doch sehr charakteristische Weise die neue Managergeneration verkörpern. Magdalena ­Martullo-Blocher, die 39-jährige Chefin der Ems-Chemie, hat nicht nur mit dem dramatischen Konjunktureinbruch zu kämpfen. Vor allem lastet der Übervater auf der ­Managerin, und das ist in einer Region, in der ihre Firma eine so beherrschende Stellung hat, eine besonders schwere Bürde (siehe rechts).

Anders liegt der Fall von Philippe Gaydoul (siehe Seite 42). Der 37-Jährige hat vor der Krise Denner an Migros verkauft und fragt sich, wie junge und reiche Erben ­namens Bertarelli oder Anda ebenfalls, was er mit seinem Reichtum anfangen soll. Die Skepsis ist jedoch gross, ob er mit der Übernahme des Modelabels Navyboot die richtige Wahl getroffen hat. Zu sehr hat sich die Marke in der Schweiz verzettelt, zu fragwürdig ist auch die Qualität. Als unberechenbares Abenteuer könnten sich vor allem die Expansions­pläne entpuppen: In die übersättigten und knochenharten Märkte Deutschlands und Italiens vorzustossen, in denen niemand die Marke kennt und ihr Name nicht einmal mit Swissness punkten kann, erscheint tollkühn.

Doch Gaydoul wurde schon einmal unterschätzt, als er die Denner-Führung übernahm. Umgeben hat er sich mit einer kleinen Gruppe vorwiegend junger Manager. Gelingt ­ihnen der Coup im Ausland, haben sie zumindest teilweise die Ehre der Erbengeneration gerettet.

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