Selbst in seinen besten Zeiten als Hedge Fund Manager dürfte der Investor Rainer-Marc Frey selten einen solchen Gewinn erzielt haben wie nun mit der Beteiligung am traditionsreichen Handelshaus DKSH. Innert vier Jahren hat sich der Wert seines Investments mehr als verdreifacht. Anfang 2008 erwarb er einen Anteil von 10,4 Prozent am Aktienkapital. Ein Teil der Aktien stammte aus einer Kapitalerhöhung. Für diese Papiere zahlte Frey 2000 Franken pro Stück (vor dem Aktiensplit). Das zeigt der Geschäftsbericht 2009 von DKSH. Einen weiteren Teil kaufte er der Hyos Invest Holding ab, der Beteiligungsgesellschaft von ­Carolina Müller-Möhl. Insgesamt dürfte Frey für das Paket somit schätzungsweise 175 Millionen Franken bezahlt haben.

Auf die gleiche Weise erwarb damals der französische Industrielle Robert Peugeot einen Anteil von elf Prozent an DKSH. Müller-Möhl blieb fortan mit vier Prozent beteiligt.

Gemessen am aktuellen ausserbörs­lichen Kurswert, der von der Berner Kantonalbank ermittelt wird, dürften die Beteiligungen von Frey und Peugeot je 550 Millionen wert sein und somit eine Wertsteigerung von je 370 Millionen Franken erzielt haben. Hinzu kamen Dividendenausschüttungen – allein für Frey in den beiden letzten Jahren 23 Millionen.

Beim auf Mitte Jahr geplanten Börsengang von DKSH werde Frey ein Drittel seiner Beteiligung veräussern, heisst es bei dessen Investmentboutique Horizon21. Gleich viel wie die andern Kernaktionäre. Zu ihnen gehören neben Frey, Peugeot und Müller-Möhl auch Investor Stephan Schmidheiny, Banquier Pierre ­Mirabaud und die Diethelm Keller Holding – mit 64,7 Prozent Hauptaktionärin. Sie hat sich im letzten Jahr noch eine Sonderdividende von fast 31 Millionen Franken aus Erträgen der Immobiliensparte gegönnt. Diese wurden laut ­Informationen der ­BILANZ bei Verkäufen in Singapur erzielt.

Aus den Geschäftsberichten ist zu schliessen, dass im Immobilienportfolio hohe Bewertungsreserven schlummern. Der ausgewiesene Bilanzwert entspricht bloss der Hälfte des Ver­sicherungswerts von 1,4 Milliarden ­Franken. Dennoch warnt der Berner ­Nebenwertespezialist Fritz Ruprecht: «Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 ist die Aktie jetzt zu teuer.» Er hat seine Titel verkauft. 

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