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Windows 7: «Diesmal ist alles anders gelaufen»

Windows-Produktmanager Parri Munsell über seinen neusten Wurf und dessen verkorksten Vorgänger.

Von Marc Kowalsky
30.01.2009

BILANZ: Parri Munsell, beim ­Betriebssystem Windows Vista ging es jahrelang nicht vorwärts, mit Windows  7 geht es nun Schlag auf Schlag. Inwieweit steht der neue, aggressive Zeitplan im Zusammenhang mit den jüngsten Erfolgen von Apple auf dem PC-Markt?

PARRI MUNSELL: Apple ist ein ernsthafter Konkurrent. Aber der ganze Zeitplan für die Einführung von Windows  7 war von Anfang an sehr ehrgeizig, wir haben das Tempo nicht mittendrin erhöht. Es hat also nichts damit zu tun, wie sich die Konkurrenz um uns entwickelt hat.

Was haben Sie aus den Fehlern von Vista gelernt?

Diesmal ist der ganze Prozess anders gelaufen. Bevor wir auch nur irgendein Design oder irgendein Feature entwickelt haben, haben wir sehr lange und genau unseren Kunden zugehört. Wir haben uns darauf konzentriert, die alltägliche Arbeit einfacher und schneller zu machen. Das war es, was unsere Kunden wirklich wollten. Man kann beispielsweise seit vielen Jahren unter Windows Heimnetzwerke einrichten. Es wusste nur niemand, wie. Jetzt braucht es nur noch drei Klicks.

Warum haben Sie Vista nicht gleich beim ersten Mal richtig hinbekommen?

Damals war Sicherheit das grosse Thema – darauf haben wir uns konzentriert. Dafür mussten wir einige strategische Umbauten in der Basisarchitektur des Betriebssystems vornehmen. Wir haben ­etwa bei der Grafikausgabe und bei den Gerätetreibermodellen grosse Änderungen vorgenommen. Das birgt das Risiko von Kompatibilitätsproblemen.

Eigentlich ist Windows  7 nur ein Update des verkorksten Vista, nicht etwas wirklich Neues.

Ich verstehe, dass dies so wirken kann. Aber wenn Sie Windows  7 selber ausprobieren, werden Sie merken, welch gewaltige Innova­tion dahintersteckt. Es geht um wirklich wichtige Aspekte, welche die alltägliche Arbeit mit dem PC ständig beeinflussen – nicht ein kleines Feature hier oder eine neue Funktion dort. Wir veröffentlichen extra keine Detail-Listen mit den Hunderten von Punkten, die sich geändert haben.

Wechseln Sie den Namen, weil Vista als Marke ramponiert ist?

Nein. Viele Leute wissen ja nicht einmal, welche Version von Windows sie benutzen. Für uns ist Windows  7 ein Schlüsselprodukt, daher der neue Name.

Einer der grössten PC-Märkte ist China. Dort ist die Sieben eine Unglückszahl. Halten Sie dort am Namen fest?

Gute Frage. Davon habe ich noch nie gehört. Wir passen unsere ­Namensgebung auf den verschiedenen Märkten zwar manchmal leicht an die jeweilige Kultur an. Es würde mich allerdings wundern, wenn wir in China eine so fundamentale Änderung durchführen würden.

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