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Diese Experten sollen den Prämienschock stoppen

Die Kosten im Gesundheitswesen steigen und steigen. Bundesrat Alain Berset will dem nun einen Riegel vorschieben: Eine Expertengruppe soll bis Herbst Lösungen gegen den Kostenschub vorlegen.

Von Florence Vuichard
09.02.2017

Jeden Herbst das gleiche Spiel: Der Bundesrat verkündet, dass die Kosten im Gesundheitswesen um vier, fünf oder sechs Prozent gestiegen sind - und folglich auch die Prämien um so viel angehoben werden müssen. Nun hat Gesundheitsminister Alain Berset auf den ungebremsten Kostenschub reagiert und eine neue Expertengruppe eingesetzt. Ihre Hauptaufgabe ist es, Massnahmen gegen die Mengenausweitung zu suchen, wie Katrin Holenstein vom zuständigen Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigt.

Die Expertengruppe wird von der ehemalige Zürcher Gesundheitsdirektorin und früheren Ständerätin Verena Diener geleitet und sich im ersten Halbjahr 2017 zu vier Sitzungen treffen. Der Bericht der Expertengruppe wird im Herbst 2017 erwartet.

Mit medizinischem und gesundheitsökonomischem Hintergrund

Bei den Mitgliedern der Expertengruppe handle es sich um Personen mit medizinischem und gesundheitsökonomischem Hintergrund, hält Holenstein fest. Konkret sind das: die Ärzte Brida von Castelberg und Dieter Conen, Yves Eggli vom Universitätsspital Lausanne (CHUV), Gesundheitsökomom Heinz Locher, Tilman Slembec von der School of Management and Law in Zürich, Michael Jordi von der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz sowie Preisüberwacher Stefan Meierhans.

Bemerkenswert ist, dass auch zwei Mitglieder der Verwaltung Teil der Expertengruppe sind, die eigentlich nicht direkt mit der Gesundheitspolitik zu tun haben, ja nicht einmal in Bersets Innendepartement arbeiten: Eric Scheidegger, Chefökonom beim Staatssekretariat für Wirtschaft, und Serge Gaillard, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung.

Auch ausländische Experten 

Für eine Sitzung sind auch ausländische Experten mit gesundheitsökonomischen Wissen mit dabei. Sie kommen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Die Idee dahinter: Die Schweiz könnte allenfalls die eine oder andere Regelung im Gesundheitswesen einführen, die sich im Ausland bewährt hat.

Bei den Experten aus dem Ausland handelt es sich um Rudolf Blankert vom Center for Health Economics der Universität Hamburg, Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin, Zeynep Or von der Universität Paris sowie um Patrick Jeurissen, von der Radboud University Medical School in Holland.

In welchen Ländern es die besten Gesundheitssysteme gibt, sehen Sie in der Bildergalerie:

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