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Teuer 
Die versteckten Kosten des US-Steuerstreits

Indirekte Kosten: Anwälte und Datenaufbereitung gehen schnell in die Millionenhöhe.  Keystone

Der US-Steuerstreit kostet den Schweizer Banken viel Geld. Doch damit nicht genug: Indirekte Kosten lassen die Millionen in die Höhe schnellen.

Veröffentlicht 11.09.2015

Neben den Bussen, die Schweizer Banken im US-Steuerstreit zu bezahlen haben, fallen auch hohe Kosten für Anwälte und die Aufbereitung der Daten an. Diese können schnell in die Millionenhöhe gehen.

Martin Naville, Präsident der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, schätzt die indirekten Kosten einer Einigung für die Kategorie-2-Banken auf mindestens gleich hoch ein wie die Busse selbst. Unter Ausklammerung der Tessiner Bank BSI, die eine vergleichsweise sehr hohe Busse bezahlen musste, kommt er so auf durchschnittliche interne und externe Kosten von rund 2,5 Millionen Dollar pro Bank.

Hunderte Kundendossiers durchforsten

Die Höhe der Summe erstaunt nicht, wenn man die hunderten von Kundendossiers bedenkt, die eine Bank durchforsten muss. Dazu kommen aufwendige Nachforschungen bei den Kunden selbst, um den Beweis zu erbringen, dass diese keine Steuerdelikte begangen haben. Schliesslich fallen externe Beratungskosten an. Stundenansätze von 1000 Franken sind in der Branche keine Seltenheit.

Doch die Arbeit der Berater dürfte sich für die Bank in den meisten Fällen auszahlen. Das Beratungsunternehmen Deloitte konnte in einigen Fällen eine Reduktion der Exposure um mehrere hundert Millionen Dollar erreichen, wie dessen Forensik-Experte David Fidan auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Wenn zum Beispiel fünf Prozent davon an die Beratungsfirma gehe, mache sich dies für die Bank immer noch bezahlt, erklärte Fidan.

(sda/ccr)

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