Sein Vorgänger Sepp Blatter wird wohl als Mann der diskreten Kassenführung in die Geschichtsbücher des Fussballs eingehen. Gianni Infantino hingegen arbeitet tatkräftig daran, das Bereicherungssystem des Weltfussball­verbandes (Fifa) verstärkt in die Schlagzeilen zu bringen.

Wir ­wissen inzwischen, wie er sich von den wichtigsten Geschäfts- und Vertragspartnern in Russland und Katar mit Businessjets befördern liess, wie er eine Bettmatratze (Wert: 11'440 Franken), einen Smoking (1415 Franken), einen Fitnessstepper (8883 Franken), sechs Paar Fussballschuhe (1256 Franken) und eine zusätzliche Limousine mit Chauffeur für den Privatverkehr (19'600 Franken) als Spesen abrechnen wollte.

Als ein Angestellter ihn diskret auf das ungewöhnliche Gebaren hinwies, verlor er die Contenance und machte seine Spesen sogleich zum Thema im Fifa-Rat, der eigentlich für Strategisches zuständig sein sollte. Er wolle keine grosse Sache daraus machen, aber seine Enttäuschung wollte er schon loswerden. Und den obersten Spesenprüfer Domenico Scala obendrein.

Die Männer, die ihn gewählt haben, machen mit. Am Fifa-Kongress in Mexiko stärkten sie ihm den Rücken. Sie wollen ­offensichtlich, dass Infantino den Reset-Button drückt: zurück zum alten System. Mit Superspesen und so.

Sehen Sie in der Bildergalerie oben, wer die Unterstützer und Gegner Infantinos sind.

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