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Dominanz 
Die unheimliche Macht der fünf Techgiganten

Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Facebook werden immer wertvoller. Mehr noch: Die fünf Techgiganten sind so dominant geworden, dass andere Unternehmen auf sie angewiesen sind. Was das bedeutet.

Von Marc Bürgi
2017-05-12

Mitte der Woche hat die Aktie von Apple einen neuen Höchststand erreicht. Damit ist der iPhone-Hersteller als erstes US-Unternehmen der Geschichte an der amerikanischen Börse über 800 Milliarden Dollar Wert. Schon seit einer Weile ist der Techriese der wertvollste Konzern der Welt. Aber dieser Status wird immer krasser. Seit Jahresbeginn ist die Apple-Aktie um 33 Prozent gestiegen. Das ist deutlich mehr als die US-Technologiebörse Nasdaq insgesamt, sie legte nur um knapp 13 Prozent zu.

Auch die anderen grossen US-Technologiekonzerne haben an der Börse deutlich zugelegt. Rund ein Drittel betrug der Zuwachs bei Facebook – die Aktien der Google-Mutter Alphabet und Amazon gewannen ebenfalls überdurchschnittlich hinzu. Nur der Microsoft-Titel konnte mit einem Plus von fast elf Prozent nicht ganz mithalten.

In zehn Jahren an die Börsenspitze

Die fünf Technologieunternehmen sind nun mit Abstand die wertvollsten US-Konzerne. Das Schlusslicht der sogenannten Big Five – Facebook – und der höchstbewertete Industriekonzern, die Ölfirma Exxon, trennen an der Börse rund 100 Milliarden Dollar.

Ihr Aufstieg geschah innert wenigen Jahren: 2007 hatte nur Microsoft zu den zehn grössten US-Firmen gehört. In dieser Zeit ist das Internet allgegenwärtig geworden. Wir sind heute mit Smartphones ständig online und nutzen das Netz für immer mehr Bedürfnisse. Die fünf Techkonzerne haben von diesem Trend profitiert – und ihn selbst befeuert.

Sie dominieren ihr Geschäft

Microsoft hat dem PC zum Durchbruch verholfen, Apple machte mit seinem iPhone das Smartphone populär. Facebook wiederum verkörpert den Erfolg der sozialen Netzwerke, Amazon etablierte den Online-Handel und Google meisterte die Internet-Suche.

Die fünf Konzerne sind ihrem Kerngeschäft so dominant geworden, dass andere Unternehmen auf sie angewiesen sind: Wer im Internet Werbung machen will, wird fast unweigerlich Kunde bei Google oder Facebook. Der Suchmaschinenbetreiber und das soziale Netzwerk sind mit Abstand die grössten Anbieter im Online-Werbemarkt.

Die Grösse ist ein Vorteil

Eine ähnliche Stellung verschafft sich Amazon derzeit im Internethandel. Der Konzern investiert massiv in die Logistik, und immer mehr Detailhändler nutzen den Service, um Waren online zu verkaufen. Facebook und seine Töchter Instagram und Whatsapp wiederum geben bei den sozialen Netzwerken den Ton an.

Ihre dominante Position hat eine selbstverstärkende Wirkung: Amazon ist als Internethändler für Kunden attraktiv, weil er so gross ist. Er bietet ihnen viel mehr Möglichkeiten, Produkte zu finden oder zu verkaufen. Dieser Effekt spielt beispielsweise auch bei Facebook oder bei Apple: Je erfolgreicher das iPhone ist, desto mehr Apps werden dafür entwickelt.

Vorstoss in neue Branchen

Ihre Grösse macht es für die Konzerne auch einfacher, in neue Geschäftsfelder vorzustossen. Neben Google und dem Videokanal Youtube ist beispielsweise Alphabet in immer neuen Branchen tätig: Erst produzierte man eigene Smartphones, dann baute man intelligente Haushaltsgeräte oder forscht heute an selbstfahrenden Autos. Bei diesen Projekten kann Alphabet auf die Unmengen von Daten zugreifen, den der Konzern mit Google oder Youtube sammelt.

Dank ihrer Schlüsselpositionen in der digitalen Wirtschaft könnten diese fünf Techkonzerne über Jahre hinaus die amerikanische Wirtschaft dominieren. Allerdings wächst nun auch der politische Widerstand gegen die Dominatoren. So sind Microsoft und Google etwa im Dauerstreit mit den europäischen Wettbewerbsbehörden.

Der Gegenwind wird stärker

Je grösser die Fünf werden, desto mehr dürften sie ins Visier der Politik und Regulatoren geraten. So kündigte die EU-Kommission bereits an, die Marktmacht von Google und Apple genauer prüfen zu wollen. Die Brüsseler Behörde kündigte Mitte der Woche eine Initiative bis Jahresende an, um womöglich unfaire Vertragsklauseln zwischen Online-Plattformen und Produktanbietern aufzudecken. Zudem stellte sie weitere Verfahren wegen Verstössen gegen das Wettbewerbsrecht beim Internet-Handel in Aussicht, nannte aber keine Namen.

Zudem ist immer auch möglich, dass dank einer technologischen Entwicklung neue Konzerne den fünf Unternehmen ihr Geschäft streitig machen. Vor zehn Jahren hätten die meisten Beobachter auch nicht darauf gewettet, dass diese fünf Konzerne 2017 die Elite der US-Wirtschaft bilden.

WWie die Boni bei Google, Facebook und Co. aussehen, sehen Sie in der Bildergalerie unten:

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