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Strategie 
Die UBS-Asien-Chefin und ihre Pläne für China

Kathryn Shih: Für die UBS-Bankerin hat China noch viel Potenzial.  UBS

Kathryn Shih ist die neue starke UBS-Frau in Asien. Shih rechnet mit einem schwierigen Jahr, dennoch werde die UBS ihre Expansionspläne im wichtigen Markt China vorantreiben: Reiche Chinesen locken.

Veröffentlicht 08.01.2016

Die neue Asien-Chefin der UBS Group AG sieht China trotz der Turbulenzen an den Märkten des Landes als Wachstumstreiber für die nächsten Jahrzehnte. 

Kathryn Shih, die seit Januar die Schweizer Bank in der Region leitet, rechnet damit, dass die durch das langsamere Wachstum in China und die schwächere Währung des Landes ausgelöste Volatilität anhalten wird. Dennoch werde die UBS weiter Mitarbeiter auf dem chinesischen Festland einstellen und in den drei Kernbereichen Vermögensverwaltung, Investmentbanking und Asset Management expandieren, erklärte sie in einem Interview mit Bloomberg. Konkrete Zahlen nannte sie nicht. 

Langfristige Wachstumsaussichten

«Die Volatilität wird uns in diesem Jahr weiter begleiten, es wird ein schwieriges Jahr für uns werden», sagte sie am Dienstag in Singapur. Dennoch engagiere sich die UBS weiterhin deutlich in China, weil sie der Auffassung sei, dass das Wachstum in den nächsten 20 bis 30 Jahren von dort kommen werde.

Der Ausverkauf an den chinesischen Börsen hat in dieser Woche zweimal automatische Handelsunterbrechungen ausgelöst, die bei festgelegten Verlusten griffen. Am Donnerstag gaben die Behörden das System der Handelsunterbrechungen auf.

Milliardeninvestition in chinesische Firma

Die Bemühungen Chinas, seinen Wertpapiermarkt zu stützen, haben bisher nur die Stimmung der Investoren verschlechtert, zudem wirkten sich die Sprünge am chinesischen Aktienmarkt weltweit auf Aktien aus. Der MSCI World Index hat in dieser Woche 5 Prozent verloren. Am Freitag schloss der Shanghai Composite Index 2 Prozent im Plus und kommt damit für die Woche noch auf einen Verlust von 10 Prozent. 

Die Bedeutung Chinas in Asien – immerhin zählte das Land 2014 laut Bain & Co. über eine Million Millionäre – bedeutet, dass die UBS ihre Expansion in dem Land nicht aufgeben wird, wie Shih erklärt. Ende vergangenen Jahres hat die UBS laut informierten Kreisen rund 2,5 Milliarden Dollar in die Postal Savings Bank of China investiert. In diesem Jahr könnte die Postsparkasse an die Börse gehen. «Im Land selbst aktiv zu sein ist besonders in China sehr wichtig», betont die 57-jährige Shih.

UBS in guter Position

Im Jahr 2006 erhielt die UBS als erste ausländische Gesellschaft die Erlaubnis, direkt in ein chinesisches Wertpapierhaus mit Volllizenz zu investieren. Damit hatte die Schweizer Bank einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten wie Morgan Stanley und JPMorgan Chase & Co.

Shih will dieses Gemeinschaftsunternehmen und die anderen Firmen der Bank auf dem Festland nutzen, um von einigen der erwarteten 700 Börsengänge in diesem Jahr zu profitieren und der Bank einen grösseren Anteil an der Verwaltung der geschätzt 19,8 Milliarden Dollar an Vermögen wohlhabender Chinesen zu sichern. Für die Bank sei es wichtig, auch auf dem chinesischen Inlandsmarkt aktiv zu sein, erklärt Shih. Dort liege ein grosser Teil der Vermögen.

Seit Jahren für die UBS in der Region tätig

Die Bankerin mit britischer Staatsangehörigkeit wurde die erste Präsidentin der UBS für die Region, als sie Anfang des Jahres Chi-Won Yoon ablöste.  Vor ihrer Beförderung zur Regionalchefin leitete Shih 13 Jahre lang die Vermögensverwaltung der Bank in der Region. Unter ihrer Leitung hat die Vermögensverwaltungssparte in Asien von 2002 bis 2015 das betreute Kapital vervierfacht auf 257 Milliarden Dollar. Ende September beschäftigte die UBS in der Region 7394 Mitarbeiter, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht.

In China ist die Bank mit der Sparte UBS (China) Ltd. vertreten, eine seit 2012 tätige 100-Prozentige Tochter, die sich auf die Vermögensverwaltung konzentriert. Die von der Sparte verwalteten Gelder weist die UBS nicht separat aus. «Es ist kein grosser Bereich, wir bauen ihn noch auf», beschreibt Shih. «Aber das Potenzial ist da. Es ist ein riesiger Markt.»

Zusammenarbeit mit lokalen Partnern

Ausserdem setzt sie auf das Gemeinschaftsunternehmen UBS Securities Co., das eine Lizenz für Brokergeschäft, Handel und Beratung auf dem Festland hat. Damit will sie mehr Beratungsmandate bei Börsengängen gewinnen, nachdem Aufsichtsbehörden die Regeln für IPOs gelockert und China den Weg für die Einführung eines registrierungsbasierten Systems geebnet hat, das den Listing-Prozess beschleunigen dürfte.

UBS ist mit 25 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Der Rest gehört vier staatlichen Unternehmen, darunter Beijing Guoxiang Asset Management Co. Die Bank sei gewillt, ihre Beteiligung an UBS Securities zu erhöhen, wenn ihr dies gestattet werde, erläutert Shih, wobei sie darauf hinweist, dass die Bank weiterhin die Präsenz eines lokalen Partners in dem Unternehmen schätze.

Mit Vermögensverwaltung bei reichen Chinesen punkten

Im vergangenen Jahr kam UBS bei der Begleitung von IPOs auf dem chinesischen Festland auf Rang vier, wie Bloomberg-Daten zeigen. Mit einem Marktanteil von 6,5 Prozent war die Schweizer Bank das einzige ausländische Kreditinstitut unter den zehn grössten Betreuern von Börsengängen.

Die UBS werde bei reichen chinesischen Kunden für ihre Investmentbanken-Dienstleistungen werben, um ihr Vermögensverwaltungsgeschäft auf dem Festland anzuschieben, berichtet Shih. Die meisten vermögenden Chinesen seien sehr in die Führung ihrer Unternehmen involviert, erläutert sie. «Sie wollen sehen, wie sie ihren privaten Reichtum nutzen können, um das Vermögen ihres Unternehmens zu steigern und umgekehrt», so Shih. «Ihr Geschäft ist ihre grösste Leidenschaft. Daher ist es eine sehr leistungsfähige Kombination, wenn man die Vermögensverwaltung ebenso anbieten kann wie das Investmentbanking.»

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(bloomberg/jfr)

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