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Ausblick 
Die Saxo Bank und ihre fünf provokantesten Thesen für 2019

epa06304650 Jerome Powell (R) delivers remarks after US President Donald J. Trump (L) announced Powell as his nominee for Chair of the Board of Governors of the Federal Reserve System, in the Rose Garden of the White House in Washington, DC, USA, 02 November 2017. If confirmed, Jerome Powell will succeed Janet Yellen as chair of the US central bank.  EPA/MICHAEL REYNOLDS
US-Präsident Donald Trump und Notenbankchef Jerome Powell: Powells Geldpolitik missfällt Trump. Quelle: Keystone

Die Saxo Bank gibt jährlich zehn kühne Prognosen für das kommende Jahr ab. 2019 erwarten sie einen EU-Schuldentsunami und eine Tesla-Übernahme.

Marc Bürgi
Von Marc Bürgi
07.12.2018

Die Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr sind in der Regel eine trockene Angelegenheit. Eine erfrischende Ausnahme ist der Ausblick der Saxo Bank: Das dänische Online-Finanzinstitut gibt jedes Jahr zehn kühne Tipps ab, vor denen vorsichtige Ökonomen zurückschrecken würden. Selbstverständlich will die Saxo Bank die Prognosen nur als Spielerei verstanden wissen. Wobei: Einer der zehn Prognosen vom letzten Jahr ist tatsächlich eingetroffen: Der Kurs von Bitcoin ist nach dem Höhenflug in die Tiefe gestürzt.

Jetzt liegen die zehn Tipps für das Jahr 2019 vor – es droht ein EU-Schuldentsunami, ein Absturz der britischen Währung und ein Crash der deutschen Wirtschaft. Hier sind fünf Kostproben:

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Apple steigt bei Tesla ein

Apple hat 237 Milliarden Dollar Cash auf der Seite – und seine iPhones, iPads und iMacs verkaufen sich nur noch schleppend. Was tun? Für die Saxo Bank liegt die Antwort auf der Hand: Der Tech-Hersteller steigt beim Elektroauto-Bauer Tesla ein und kauft 40 Prozent der Titel, zum stolzen Stückpreis von 520 Dollar. Aktionäre erhalten eine Prämie von fast 200 Dollar. Mit Apple und Tesla kommen zwei Konzerne zusammen, die beide auf gute Technik und schönes Design setzen. Und sie versuchen beide, die ganze Wertschöpfungskette zu kontrollieren – von der Fabrik bis zu den Apple Stores und Tesla Showrooms. Apple kann den Zukauf dank seiner riesigen Barmittel fast aus der Portokasse bezahlen. «Die Übernahme passt perfekt», glauben die Dänen.

Trump feuert Fed-Chef Powell

Donald Trump hat Jerome Powell zum Notenbankchef ernannt. Doch dessen Geldpolitik passt dem Präsidenten längst nicht mehr. Schon drei Mal hat Powell den US-Leitzins erhöht. Und diese Zinswende setzt der Fed-Chef Anfang 2019 fort – zum Ärger Trumps. Denn an den US-Börsen rasseln die Kurse hinunter, die amerikanische Konjunktur dümpelt vor sich hin. Trump handelt, entlässt Powell mit einer Twitter-Nachricht – und ernennt Neel Kashkari zum Vorsitzenden der Notenbank. Dieser Kashkari ist ein Notenbanker nach dem Gusto des Präsidenten. Er stellt sogleich über 5 Billionen Dollar bereit, um US-Staatspapiere zu kaufen. Die Börsenanleger jubilieren, und die Wirtschaft wächst mit unglaublichen 6 Prozent – mit dem gefährlichen Effekt, dass auch die Inflation in die Höhe schnellt. Doch diese Daten lassen die Wähler kalt. Dank der florierenden Wirtschaft und der Hochstimmung an der Wall Street gewinnt Trump 2020 die Wiederwahl.

NEW YORK, NY - FEBRUARY 17:  Minneapolis Federal Reserve president Neel Kashkari visits FOX Studios on February 17, 2016 in New York City.  (Photo by D Dipasupil/Getty Images)
Neel Kashkari: Derzeit leitet er die Fed von Minnesota - bald soll er nach Washington ziehen.
Quelle: © Dia Dipasupil 2016

Das britische Pfund stürzt in die Tiefe

Der Brexit bringt die Regierung von Theresa May zu Fall. Es beginnt mit Wahlen: Die Briten wählen Oppositionschef Jeremy Corbyn zum neuen Premier. May scheitert wegen ihrer erfolglosen Verhandlungen mit Brüssel über den EU-Austritt. Corbyn ist vom linken Flügel der Labour-Partei – und vertraut als Premier auf die sozialistischen Rezepte aus der Nachkriegszeit: Das Eisenbahnnetz und die Stromkonzerne werden wieder verstaatlicht. Corbyn lanciert eine Vermögenssteuer, die besonders Reiche trifft. In Notting Hill und den anderen noblen Vierteln Londons fahren die Zügelwagen ein, Millionäre und Milliardäre verlassen das Land. Die Staatsschulden vermehren sich explosionsartig, gleichzeitig versiegen die Unternehmensinvestitionen. Das Ausmass der Misere zeigt sich wohl am besten bei der Währung. Ein Pfund ist nur noch einen Dollar wert. Die Parität zur amerikanischen Währung ist ein Novum in der jahrhundertealten Geschichte des Pound Sterling.

RAMSGATE, UNITED KINGDOM - SEPTEMBER 03: Labour leader Jeremy Corbyn speaks at at Momentum rally on September 03, 2016 in Ramsgate , England.PHOTOGRAPH BY Graham Mitchell / Barcroft ImagesLondon-T:+44 207 033 1031 E:hello@barcroftmedia.com -New York-T:+1 212 796 2458 E:hello@barcroftusa.com -New Delhi-T:+91 11 4053 2429 E:hello@barcroftindia.com www.barcroftimages.com (Photo credit should read Graham Mitchell/ Barcroft Images / Barcroft Media via Getty Images)
Jeremy Corbyn: Der Labour-Chef zieht in die Downing Street No. 10 ein.
Quelle: Graham Mitchell / Barcroft Media

Eine Transportsteuer soll den Klimawandel stoppen

Das anhaltend verrückte Wetter mit Stürmen, Bränden, Dürren und Überschwemmungen alarmiert die Politik: Die Weltgemeinschaft beschliesst eine neue globale Transportsteuer. Airlines und die Schifffahrtsindustrie müssen für ihren Schadstoffausstoss hohe Abgaben zahlen. Mit der neuen CO2-Steuer geht das Zeitalter der Billigairlines zu Ende. Easyjet oder Ryanair können Passagiere nicht mehr mit günstigen Flügen locken. Die Tourismusindustrie leidet. Und nicht nur Fliegen und die Luftfracht werden teuer: Auch im globalen Warenverkehr steigen die Tarife rasant. Nun ist es nicht mehr möglich, Waren zum Spottpreis um den Globus zu verschiffen. Die Strafsteuer gegen den Klimawandel belastet das globale Wachstum massiv.

Der italienische Virus infiziert Europa

In der Europäischen Union werden die Schulden untragbar. Es ist wie ein Virus, der sich von Italien ausbreitet: Die Schulden der italienischen Finanzinstitute bringen auch andere europäische Banken ins Wanken. In Frankreich findet die Regierung von Präsident Emmanuel Macron kein Rezept gegen die sozialen Proteste. Der Eurozone droht das Auseinanderbrechen. Um die Euro-Währungsunion zu retten, beschliesst die EU einen Schuldenerlass: Die Europäische Zentralbank übernimmt alle Schulden der Mitgliedsländer, die mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung übersteigen – und bürgt für den Rest des Schuldenbergs. Der Wachstums- und Stabilitätspakt wird weiter aufgeweicht. Die Mitgliedsländer erhalten nun fast unbegrenzt Spielraum fürs Geldausgeben.

Weitere «verblüffende» Prognosen der Saxo Bank finden Sie hier.