Die Expo 2015 in Mailand hat ihre Tore geöffnet. Nach sieben Jahren Vorbereitungszeit wird es nun ernst: Lange wurde über dubiose Machenschaften und Korruptionsfälle berichtet, nun sollen Inhalte im Vordergrund stehen. Die Weltausstellung, die bis zum 31. Oktober 2015 dauern wird, widmet sich den Themen Nachhaltigkeit, Biodiversität und Gesundheit.

Mit Lebensmittel gefüllte Türme

Pavillons aus 145 Ländern überspannen das 1.1 Millionen Quadratmeter grosse Ausstellungsgelände im Nordwesten Mailands. Bei einigen Pavillons lief die Fertigstellung bis zum Schluss auf Hochtouren, der Schweizer Pavillon «Confooderatio Helevetica» war aber bereits eine Woche vor Beginn fertig. Das Wortspiel mit dem englischen Ausdruck «Food» enthüllt den thematischen Schwerpunkt der Ausstellung. Das Herzstück stellen vier mit Lebensmitteln gefüllte Türme dar.

In den Türmen werden Wasser, Salz, Kaffee und Apfelringe zum Verzehr angeboten. Gleichzeitig soll die Kombination den Besucher zu einer kritischen Auseinandersetzung mit seinem Konsumverhalten anregen. Er entscheidet nämlich selbt, in welcher Menge er die Lebensmittel zu sich nimmt und wie viel Ressourcen er damit künftigen Besuchern entzieht.

Nestlé zurückgebunden

Der rund 23 Millionen Franken teure Pavillon soll die wichtige Rolle der Schweiz als globale Nahrungsmittelproduzentin beleuchten. Für die Projekt-Koordination des Pavillons ist die Abteilung «Präsenz Schweiz» des Eidgenössichen Departements für auswertige Angelegenheiten (EDA) verantwortlich. Die vier Türme werden allerdings von unterschiedlichen Institutionen verwaltet.

Um den Wasserturm kümmert sich das EDA gleich selbst. Die Rheinsalinen sorgen sich um den Salzturm und die Apfelringe werden von Agromarketing Schweiz und dem Bundesamt für Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. Der Kaffeeturm wird vom Nahrungsmittel-Konzern Nestlé verwaltet. Nestlé wollte als Sponsor ursprünglich auch den Wasserturm stellen. Das hochbrisante Thema Privatisierung von Wasserquellen löste jedoch derart heftige Reaktionen aus, dass der Konzern aus Vevey von «Präsenz Schweiz» zurückgebunden wurde.  

«Den Planeten ernähren, Energie für das Leben»

Die gesamte Expo steht unter dem Motto «Den Planeten ernähren, Energie für das Leben». Neben den Länder-Pavillons beleuchten drei Ausstellungsbereiche verschiedene Facetten dieser Thematik. Im «Future Food District» werden Szenarios durchgespielt, wie die Beziehung zwischen dem Mensch und seiner Ernährung dereinst aussehen und welche Rolle neue Technoloigen spielen könnten.

Der «Biodiversity Park» legt den Fokus auf die Rolle Italiens in der Umweltpflege, Landwirtschaft und der Herstellung von Lebensmitteln. Der dritte Bereich «Arts & Food» widmet sich mit unzähligen Ausstellungsobjekten, Skulpturen und Installationen einer künstlerischen Betrachtung dem Thema Ernährung.

Ministerpräsident ist zuversichtlich

Auch der Italienische Ministerpräsident Matteo Renzi sah dem Verlauf der Expo zuversichtlich entgegen. Auf Twitter verkündete er enthusistisch, dass bereits 10 Millionen Tickets verkauft worden seien und man somit auf Kurs liege.

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