Die UBS wird erneut von den Sünden der Vergangenheit eingeholt: Im Zusammenhang mit der Manipulation der Devisenmärkte hat sich die Grossbank UBS mit den US-amerikanischen Behörden geeinigt. Sie zahlt dafür eine Strafe von 342 Millionen Dollar, wird im Gegenzug aber nicht eingeklagt.

Gemäss Mitteilung vom Mittwoch erhält die UBS auch eine bedingte Immunität für eine weitere Strafverfolgung. Gleichzeitig hat das US-Justizdepartement allerdings die Vereinbarung, welche die UBS vor einer Strafverfolgung wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor schützt, widerrufen. Dies erfordere einerseits ein Schuldbekenntnis der UBS, anderseits eine Zahlung von weiteren 203 Millionen Dollar, teilte die UBS mit.

Keine Immunität mehr

Die Einigung bezüglich der Manipulation der Devisenmärkte betrifft auch Untersuchungen, welche die Behörden wegen bestimmter an Fremdwährungskurse gebundener strukturierter Produkte und wegen der Edelmetallgeschäfte der UBS durchgeführt hatten. Auch in diesen Punkten werde gegen die Bank keine Klage erhoben, hiess es in der Medienmitteilung.

Die Immunität, welche der UBS für weitere Strafverfolgung zugestanden wurde, reflektiere die Tatsache, dass die UBS als erste Bank das US-Justizdepartement über ein potenzielles Fehlverhalten informiert und mit diesem und anderen Behörden umfassend kooperiert habe, hält die UBS weiter fest.

Nicht die erste Busse

Die Strafzahlung von 342 Millionen Dollar wegen der unkorrekten Geschäftspraxis im Fremdwährungsgeschäft ist nicht die erste Busse, die sich die UBS wegen der Manipulation von Wechselkursen einfängt. Im November 2014 musste sie bereits 774 Millionen Franken an die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma, die britische Aufsichtsbehörde FCA und die US-Behörde CFTC bezahlen.

Gebüsst wurden neben der UBS damals auch die Grossbanken Royal Bank of Scotland (RBS), HSBC, JP Morgan und Citigroup. Insgesamt mussten die Banken 4,3 Milliarden Franken hinblättern. Gegen die gleichen Banken haben in den letzten Monaten auch die US-Behörden ermittelt. Ihnen dürfte es schlechter ergehen als der UBS. Insider gehen davon aus, dass Barclays und Royal Bank of Scotland aus Grossbritannien sowie die US-Häuser JP Morgan und Citigroup höhere Strafen einfangen werden und zudem Schuldeingeständnisse ablegen müssen.

Zudem laufen weitere Untersuchungen anderer Behörden weiter. Man kooperiere weiterhin bei den laufenden Untersuchungen dieser Behörden in der branchenweiten Angelegenheit, die auch Einzelpersonen betreffe, hiess es dazu von Seiten der UBS.

5 Billionen Dollar täglich

Mit dem heute bekannt gewordenen Strafmass kommt die UBS günstiger davon als zuletzt befürchtet. So hatte etwa die «Financial Times» vor einigen Tagen unter Berufung auf Insider berichtet, dass auf fünf in den Devisenskandal verwickelte Grossbanken noch deutlich höhere Strafen zukommen dürften. So müssten UBS, JP Morgan, Royal Bank of Scotland, Barclays und Citigroup gemeinsam mehr als fünf Milliarden Dollar auf den Tisch legen, schrieb das Finanzblatt.

Berichte über mögliche Manipulation der Devisenmärkte und insbesondere darin wichtiger Referenzkurse hatten 2013 die Aufsichtsbehörden von verschiedenen Ländern auf den Plan gerufen. Die Auswirkungen von Manipulationen auf dem Devisenmarkt können markant sein. So werden pro Tag Währungen im Wert von mehr als 5 Billionen Dollar gehandelt. Die Referenzkurse dienen Unternehmen und Profi-Anlegern wie Investmentfonds dabei als Basis für ihre Währungsgeschäfte.

(sda/ccr)

 

 

 

 

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