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Süss 
Der Schoggi-Job von Christa Markwalder

Schoggi-Ikone: Christa Markwalder sorgte für unfreiwillige Werbung.Screenshot SRF, Blick

Zwei Lindor-Kugeln auf dem Pult von Christa Markwalder sorgten bei den Bundesratswahlen für Diskussionen - und Neid bei der Konkurrenz. Die Politikerin macht darum Platz - für noch mehr Schokolade.

Von Florence Vuichard
26.01.2016

Sie hatten bei den Bundesratswahlen einen prominenten Auftritt: die beiden Lindor-Kugeln auf dem Pult von Nationalratspräsidentin Christa Markwalder. Sie hatte diese eine Woche zuvor von einem Ratskollegen als süsse Entschuldigung für dessen nicht ganz ratskonformes Benehmen erhalten – und sie in der Folge «vergessen», wie Markwalder sagt. Die Twitter-Gemeinde hingegen hatte diese am 9. Dezember 2015 schnell entdeckt und diskutierte nebst den Wahlchancen von Guy Parmelin auch das unfreiwillige Product Placement – unter den Hashtags #lindor und ­#brwahl15.

Süsser Ausgleich

Der Auftritt von Lindor rief auch die Konkurrenz auf den Plan: Als Erstes erhielt Markwalder ein Paket mit Perles, Schokoladenkugeln von Cailler, einer Tochterfirma aus dem von Paul Bulcke geführten Nestlé-Konzern. Es folgten weitere Zusendungen.

Im Sinn eines süs­sen Ausgleichs beschloss die oberste Schweizerin, ihre Schokoladendekoration auf dem Ratspult regelmässig zu variieren: «Es sollen alle zum Zug kommen», sagt die Freisinnige. So platzierte sie gut sichtbar Produkte vom Freiburger Schoggihersteller Villars oder auch Ragusa von Daniel Blochs Familienunternehmen Camille Bloch.

In der Frühjahr­ssession geht Markwalders Schoggi-­Marathon weiter – unter anderem mit Produkten der Migros-Tochter Frey. Aber kein Hersteller wird einen so guten Auftritt haben wie Lindt-&-Sprüngli-Lenker Ernst Tanner. Denn keine Parlamentsdebatte erfreut sich eines so grossen Pub­likums wie Bundesratsersatzwahlen.

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