Der neue Kinofilm von Viktor Giacobbo lebt von einer absurden These: Deutschland tritt der Schweiz als neuer Kanton bei. In «Der grosse Kanton» befragt der TV-Satiriker Politiker zu Vorteilen, Risiken und Nebenwirkungen der Schweiz-Aufstockung.

Daneben treten auch Protagonisten auf, die man nie im Kino sieht: Ex-UBS-Chef Oswald Grübel, SBB-CEO Andreas Meyer, Swiss-Chef Harry Hohmeister – Akteure, die in ihren Geschäftsjahren mit grösseren Beträgen hantieren als den 800 000 Franken, die der Film kostete. Gagen gab es nicht: «Keiner wurde bezahlt», sagt Giacobbo. Er lobt ­Grübel und Co.: «Sie waren sehr gelassen, ohne den Clown zu machen. Ich glaube, sie haben es genossen, für einmal etwas weniger verklausuliert Auskunft geben zu können.» Für einen Höhepunkt sorgt Swiss-CEO Hohmeister, der zu bedenken gibt, dass es bei einem Beitritt Deutschlands zur Schweiz wohl auch zu einem Reverse Takeover von Swiss und Lufthansa kommen müsste (siehe auch Seite 28). Der deutsche Swiss-Chef: «Man müsste die Eigenstän­dig­keit der Lufthansa natürlich erhalten.»

Absagen aus der Wirtschaft gabs keine, so Giacobbo; das einzige Njet kam vom deutschen Finanz­minister: «Wolfgang Schäuble liess freundlich ausrichten, dass er die Filmidee lustig finde, er sich aber zurzeit nicht zum Thema äus­sern wolle.» 

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