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Kampfjet-Beschaffung 
Der F-35 bombardiert auf Twitter

F35 Luftwaffe
Lockheed Martin F-35: Werbekampagne auf Twitter zur Schweizer Luftwaffen-Diskussion.Quelle: Getty Images

Um bei den Schweizern Stimmung für seinen Kampfjet F-35 zu machen, setzt Lockheed Martin neuerdings auf Twitter. Die Aktion weckt Widerspruch.

Gabriel Knupfer
Von Gabriel Knupfer
08.06.2019

Zwar dürfen die Schweizer Stimmbürger voraussichtlich gar nicht über den Flugzeugtyp abstimmen, den die Luftwaffe in den nächsten Jahren beschaffen will. Dennoch kämpfen die Hersteller um die Aufmerksamkeit breiter Kreise. Das zeigt sich auch in den sozialen Medien.

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Ein Werbetweet von Lockheed Martin ploppt seit Mittwoch in der Twitter-Timeline von Schweizer Usern auf auf. «Die F-35 erfüllt die Anforderungen der Schweizer Luftwaffe an ein Kampfflugzeug zum Schutz des Schweizer Luftraums für die nächsten 50+ Jahre», heisst es darin. Illustriert ist die Werbung mit einer «Top-Gun»-mässigen Aufnahme von zwei Jets im Formationsflug über der Wüste.

Der Account @thef35 führt direkt zu einem allgemeinen Twitter-Account, das den US-Jet bewirbt; das Bild des Werbeposts verlinkt auf eine Webseite von Lockheed Martin, wo der Jet spezifisch für die Schweiz beworben wird.

«Bei Lockheed Martin wissen wir, wie wichtig die Wahrung der bewaffneten Neutralität für das Schweizer Volk ist», heisst es da. «In einer turbulenten Welt, in welcher sich die Bedrohungen der nationalen Sicherheit ständig verändern, bietet die F-35 der Schweizer Armee die beste Plattform, um sich gegen diese Bedrohungen zu wappnen und ihnen effizient zu begegnen.»

«Aber nur während der Bürozeiten!»

Auf Twitter sorgt die Botschaft auch für Kopfschütteln. «Aber nur während der Bürozeiten!», antwortet beispielsweise ein User. Und ein anderer meint: «Lieber Sponsor. Nein danke, zu teuer!». Tatsächlich hat die F-35 wegen der hohen Kosten und vergleichsweise geringen Höchstgeschwindigkeit nicht den besten Ruf. So schreibt Maurice Thiriet von «Watson»: «Wir sollten dieses Flugzeug kaufen. Wenn schon auf infantile Art und Weise Geld verlochen, dann richtig unvernünftig!»

Weniger lustig findet es der grüne Nationalrat Balthasar Glättli. Er fordert seine Follower auf, Screenshots zur Werbung einzusenden:

Die Werbung von Lockheed Martin kommt früh, will doch der Bundesrat erst einen Planungsbeschluss über sechs Milliarden Franken dem Parlament und dem Volk vorlegen. Der Entscheid für den Flugzeug-Typ folgt später.

Aber dieser Tage finden in Payerne Evaluationsflüge mit der F-35 statt, die Lockheed Martin in einem weiteren Tweet propagiert.

«Wir sehen ein grosses öffentliches Interesse am F-35 in der Schweiz, was sich an den sehr gut besuchten Medien- und Spottertagen in Payerne im Rahmen der Evaluationsflüge von Armasuisse zeigt», schreibt Lockheed Martin in einem Statement gegenüber der «Handelszeitung». Der Gebrauch von Twitter sei in diesem Zusammenhang nicht ungewöhnlich und Teil der Aktivitäten um die Bekanntheit der Firma in der Schweiz zu steigern.

Auch das Verteidigungsministerium VBS informiert die Bevölkerung über die Anwesenheit der Lockheed-Maschinen.

Der Kampf der Hersteller ist damit bereits in vollem Gang. Zu den Kandidaten gehören der Eurofighter (Airbus), F/A-18 Super Hornet (Boeing), F-35A (Lockheed-Martin), Gripen E (Saab) und Rafale (Dassault).