1. Home
  2. Unternehmen
  3. Datenschutz muss profitabel sein

Technologie 
Datenschutz muss profitabel sein

facebook_daten
Facebook: Steht in Sachen Datenschutz bereits seit Längerem in der Kritik.Quelle: Pixabay

Der Datenskandal erhöht den Druck auf Facebook, die Daten seiner Nutzer besser zu schützen. Doch Datenschutz braucht neue Geschäftsmodelle.

Karen Merkel
Kommentar  
Von Karen Merkel
01.04.2018

Die Empörung über den Facebook-Datenskandal schlägt hoch. Doch welche Konsequenzen das hat, ist fraglich. Zum einen, weil bereits Mark Zuckerbergs lauwarmen Worte vergangene Woche zeigten, dass das rüde Vorgehen von Cambridge Analytica bei Facebook keine Läuterung einleiten wird. Zum anderen, weil die betroffenen Konsumenten zwar ihrem Ärger Luft machen (gerne auch auf Facebook), sie aber wenig Lust zum Handeln zeigen. Es siegt der Komfort, es siegt der Wunsch, weiter dabei zu sein auf der dominanten Plattform.

Facebook, Google und Amazon werden nicht in neuem Boden wurzeln, nicht nach diesem und nicht nach künftigen Datenskandalen. Denn ihr Geschäftsmodell beruht darauf, Daten zu sammeln, auszuwerten und daraus Angebote zu generieren, die es dem Nutzer einfach machen.

Das gilt für ihre eigenen Dienste, für die Dienste ihrer Partner, für die lukrative personalisierte Werbung. Gesetzlichen Vorgaben wie der neuen Europäischen Datenschutzverordnung müssen sich die Tech-Riesen beugen. Und ja, auch sie müssen verhindern, dass das Nutzervertrauen erodiert. Aber jede Massnahme, die das Vertrauen bestärkt, ist zugleich eine, die das Geschäftsmodell beschneidet.

Echten Datenschutz kann es nur mit der Blockchain geben

Echten Datenschutz kann es nur da geben, wo er kein Hindernis ist, sondern die Grundlage für ein Geschäftsmodel. Wenn der Profit fliesst, weil Datenschutz gelingt.

Das ist nicht nur, aber in neuer Grössenordnung überall dort der Fall, wo dezentralisierte Datenspeicher zum Einsatz kommen – etwa die Blockchain als selbstkontrollierendes Netzwerk. Bitcoin ist nur bekannteste Anwenderfall, Konzerne wie Intel, IBM und Microsofthoffen auf viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Sie investieren grosse Summen in der Hoffnung auf das Geschäft der Zukunft.

Kein Wunder, schlug sich IBM-Chefin Ginni Rometty am Montag mit einem Kommentar auf die Seite der Datenschützer. Sie rief dazu auf, dass Nutzer mehr Entscheidungsgewalt haben sollten, was mit ihren Daten passiert. Das ist die Haltung der Blockchain-Firmen, die zugleich an Lösungen basteln, um Nutzern diese Macht zu geben. Nicht aus Altruismus, sondern durchaus mit ökonomischem Kalkül.

Experimente mit der Blockchain-Technologie

Ob die selbstbestimmte digitale Identität oder der Herkunftsnachweis für Biokaffee: Experimente mit der Blockchain-Technologie gibt es zahlreiche. Mindestens genauso zahlreich sind die offenen Fragen in Zusammenhang mit den Versuchen, ohne Garantie, dass Antworten gefunden werden.

Aber sollte die Wette aufgehen, ist allen Blockchain-Ansätzen gemeinsam: Datenschutz stört hier nicht, sondern ermöglicht das Geschäftsmodell, das stets auf der Kooperation aller Teilnehmer beruht. Eine Hoffnung für Firmen, ein Versprechen für den Konsumenten.

Anzeige