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Pharma 
Das sind die grössten Profiteure vom Novartis-Deal

Brian Kaspar.
Brian Kaspar: Eines der wenigen Abbilder, die es von Gen-Spezialisten gibt.Quelle: Youtube

Novartis übernimmt Axevis – und macht damit über Nacht einen Mann zum mehrfachen Millionär. Doch auch Rivale Roche profitiert massiv von dem Deal.

Marcel Speiser
Von Marcel Speiser
10.04.2018

Novartis kauft Avexis für 8,7 Milliarden Dollar. Der Deal, der gestern angekündigt wurde, macht einige Finanzinvestoren reich – unter ihnen der Fondsanbieter Fidelity und die beiden Finanzriesen Vanguard und Blackrock. Sie alle zählen zu den grossen Aktionären von Avexis. Nach dem Anouncement der Transaktion schoss der Aktienkurs von Avexis in die Höhe und wurde knapp 80 Prozent über den Kurs vom Freitag gehandelt.

Grösster einzelner Profiteur des Deals ist der 43-jährige Kinderarzt und Gentech-Spezialist Brian Kaspar. Der Amerikaner ist bei Avexis Chef-Wissenschaftler und mit einem Anteil von 4,78 Prozent einer der grössten Aktionäre. Sein Aktienpaket hat über Nacht mehr als 170 Millionen Dollar an Wert gewonnen und wird mit der Novartis-Offerte auf gut 380 Millionen Dollar bewertet.

Schöne Rendite für Roche

Kaspar ist in der Erforschung der spinalen Muskelatrophie – eine Krankheit, die in ihrer schlimmsten Form vor allem Kleinkinder betrifft und deren Lebenserwartung in den meisten Fällen auf unter zwei Jahre reduziert – eine Kapazität. Der Wissenschaftler glaubt, einen Weg gefunden zu haben, das für die Muskelkrankheit verantwortliche defekte Gen im Rückenmark durch ein gesundes Gen zu ersetzen. Ins Rückenmark transportiert wird das gesunde Gen über einen Virus, der die Gehirn-Blut-Schranke überwinden kann. Bei Neuro-Therapien ist die Überwindung dieses körpereigenen Schutzmechanismus' oft die grösste Hürde für einen Therapieerfolg.

Ebenfalls zu den grossen Profiteuren des Deals gehört ausgerechnet Novartis' Stadtrivale Roche. Auch der Basler Pharmakonzern gehört aktuell zu den grössten Aktionären von Avexis mit einem Anteil von 4,2 Prozent. Die Roche-Beteiligung ist dank des Angebots von der anderen Rheinseite knapp 340 Millionen Dollar wert. Beim Einstieg im Jahr 2015 hat Roche rund 65 Millionen Dollar bezahlt. Roche äussert sich auf Anfrage nicht zu der Beteiligung, weil sie unter 5 Prozent liege.

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