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Schlüsselfiguren 
CS-IPO bleibt wohl aus - das sind die Gelackmeierten

Alexandre Zeller und Thomas Gottstein: Die Schlüsselfiguren werden im Regen stehen gelassen.Keystone

Das IPO der Credit Suisse gilt als gestorben. Doch nicht 
einmal die Schlüsselfiguren sind informiert. «Volle Kraft 
voraus» lautet nach wie vor die Marschorder. Der Frust steigt.

Von Erik Nolmans
28.03.2017

Für den Investment Banker war es schon lange ein Traum, einmal einen Teil der eigenen Bank an die Börse zu bringen. An der Neupositionierung der Credit Suisse vom Herbst 2015, in welcher der Teilbörsengang der Schweizer Einheit das Kernstück bildete, werkelte Marco Illy eifrig mit. Es lockte auch der persönliche Vorteil, wurde ihm doch versprochen, dass er das IPO – ein mit üppigen Kommissionen verbundener Grossdeal – für die CS machen dürfe.

Doch nun ist alles anders: Der Börsengang wurde in den Worten von CEO Tidjane Thiam zunächst zu einer «Option» und zuletzt gar nur noch zu einer «Rückversicherung».

So gut wie gestorben

Gemäss Bankkennern ist das IPO so gut wie gestorben. Der finale Entscheid liegt beim Gruppen-VR unter Urs Rohner. Wie es um die Sache steht, wissen nicht einmal die Schlüsselfiguren. Laut Quellen aus Illys Umfeld haben Mitarbeiter diesen um Auskunft gebeten. Illy habe oben nachgefragt. Viel Neues habe es nicht gegeben. Die Marschrichtung laute: «Weiter volle Kraft voraus.»

Auf Anfrage der «Bilanz» teilt die CS mit, das IPO sei «unverändert eine attraktive Option, und die entsprechenden Vorbereitungen sind auf Kurs». Wenig erfreut über die Wendungen in Sachen IPO soll vor allem der Schweiz-Chef Thomas Gottstein sein. Für ihn geht es um viel Prestige. Er muss eine frustrierte Entourage bei Laune halten: Seit eineinhalb Jahren arbeiten CS-intern Dutzende Mitarbeiter am Projekt – wohl für den Papierkorb.

Deutlich tieferer Lohn

Auf neue Bedingungen muss sich auch der VR-Präsident der Schweizer Einheit, der von der Börse SIX abgeworbene Alexandre Zeller, einstellen. Gut möglich, dass er seine Gehaltserwartungen reduzieren muss, ist der Lohn für den Einsitz bei einer CS-Tochter mit rund 250'000 Franken doch deutlich tiefer als derjenige des Präsidenten ­einer börsenkotierten Bank, wo ein Millionengehalt die Regel ist. Im Verwaltungsrat der CS-Gruppe, in den er auch einzieht, beginnt das Honorar bei 250'000 Franken.

Die CS Schweiz ist unverändert auf der Suche nach von der Gruppe un­abhängigen Verwaltungsratsmitgliedern. Aus dem Gremium verlautet, dies hänge nicht vom IPO ab, sondern sei eine Finma-Auflage, um die Abtrennbarkeit zu stärken.

Andere Konzepte im Vordergrund

Die Kapitaldecke der CS muss gestärkt werden. Ursprünglich galt der Teilbörsengang der Schweizer Einheit als Lösung, würde dieser doch zwei bis vier Milliarden in die Kassen spülen. Doch Gross­aktionäre wie Harris Associates haben die Notwendigkeit in Frage gestellt. Nun stehen andere Konzepte im Vordergrund.

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