Gegen 14.50 Uhr am Dienstag stand die Aktie der Credit Suisse bei 16,15 Franken - so tief wie noch nie seit Ende 1992. Bis Börsenschluss erholte sich die Aktie leicht und ging schliesslich mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 16,20 Franken aus dem Handel.

Der Schweizer Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) schloss 0,09 Prozent tiefer als am Vorabend.

Die Papiere der Credit Suisse waren bereits Ende Juni ähnlich tief gefallen, nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) zwei Wochen zuvor kritisiert hatte, die Grossbank sei für den Fall einer dramatischen Ausweitung der Euro-Krise unterkapitalisiert.

Nachdem die CS sich zunächst gegen die Kritik der SNB gewehrt hatte, kündigte sie letzte Woche eine Reihe von Massnahmen an, um jegliche Zweifel bezüglich der Stärke der Kapitalausstattung zu beseitigen. Durch diese Massnahmen will sich die Bank noch dieses Jahr 15,3 Milliarden Franken Kapital beschaffen.

Eigenkapitalziel zwischen 9,4 und 10 Prozent

Insgesamt soll die für die Schweizer Too-big-to-fail-Regelung massgebende Kapitalquote (Look-through Swiss Core Capital Ratio) gemäss Credit Suisse bis Ende Jahr auf 9,4 Prozent gehoben werden. Ziel gemäss den Basel-III-Vorschriften wäre eine Quote von 10 Prozent bis ins Jahr 2018.

Zudem will die CS zusätzlich zu den bisherigen Kostensenkungsmassnahmen bis Ende 2013 eine weitere Milliarde Franken einsparen. Wie viele Arbeitsplätze durch die Sparmassnahmen gestrichen werden, ist noch unklar.

Im zweiten Quartal hatte die Grossbank einen Reingewinn von 788 Millionen Franken ausgewiesen, wie ebenfalls letzte Woche bekannt wurde. Das ist etwas mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (768 Millionen Franken) und deutlich mehr als im Vorquartal (44 Millionen Franken).

(tno/sda)

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